Nach Veruntreuung: Gemeindepräsident von Hohenrain gibt sein Amt ab

Herbert Schmid reichte diese Woche sein Entlassungsgesuch als Gemeindepräsident von Hohenrain ein. Der CVP-Politiker war diesen Sommer in die Schlagzeilen geraten, weil er Gelder veruntreut hatte.

Ernesto Piazza
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Herbert Schmid (CVP) gibt sein Amt als Gemeindepräsident von Hohenrain per Ende August ab. Das hat er in einer Medienmitteilung gestern mitgeteilt. Diese Woche hat er den restlichen Gemeinderat darüber in Kenntnis gesetzt. In den vergangenen Wochen war Herbert Schmid in die Schlagzeilen geraten, weil er als Dozent beim Berufsbildungszentrum für Natur und Ernährung (BBZN) in Hohenrain Geld im vierstelligen Bereich veruntreut hatte (Ausgaben vom 21. und 22. Juni).

«Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, meine politische Tätigkeit im Gemeinderat mit allen verbundenden Aufgaben und Vertretungen per Ende August aufzugeben», schreibt Schmid in seiner Stellungnahme. Zudem will er sich auf beruflicher Ebene neu orientieren. Und der CVP-Politiker will mit seinem Entscheid sicherlich auch den Diskussionen um seine Person und viel Polemik begegnen. Denn er schreibt: «Ich tue das in der Hoffnung, dass ich damit etwas zur Beruhigung in unserer Gemeinde und in der eigenen Partei beitragen kann.»

Denn in der von Schmid angesprochenen CVP beschäftigte die Frage ebenfalls, ob das künftige Wirken von ihm als Gemeindepräsident noch genügend akzeptiert sei. Das vor allem, weil in der Gemeinde wichtige Projekte wie die Revision der Ortsplanung oder der Zentrumsüberbauung «Chrüz» anstehen.

«Grundsätzlich bin ich nicht abgeneigt»

Die Hohenrainer Exekutive bedaure die Umstände, die zum persönlichen Entschluss von Herbert Schmid führten, sagt Ratsvizepräsident Fredy Winiger (SVP) auf Anfrage. «Der Gemeinderat legt aber Wert auf die Feststellung, dass dessen Beweggründe ausserhalb seiner politischen Tätigkeit liegen.» Deshalb sah das Gremium auch keinen Handlungsbedarf.

Aufgrund des Rücktritts hat der Gemeinderat entschieden, die Ersatzwahl Schmids auf den 20. Oktober anzusetzen. Das sei mit der Abteilung Gemeinden des Kantons so abgesprochen, erklärt Winiger. Bis dorthin teilen sich die vier verbliebenen Mitglieder die Arbeiten auf. Ob der SVP-Kantonsrat selber für das Präsidium kandidiert, lässt er offen. In nächster Zeit werden die Parteien Gespräche führen. «Grundsätzlich bin ich aber nicht abgeneigt», sagt er.