Gemeindepräsidentin von Feusisberg tritt zurück

Die Gemeindepräsidentin von Feusisberg tritt per sofort von ihrem Amt zurück. Sie hatte an einer Gemeindeversammlung gegenüber ihren Ratskollegen Anschuldigungen erhoben.

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Mehrere Medien berichteten am Freitag über den Rücktritt der parteilosen Esther Fuhrmann. Auf ihrer Homepage schreibt die Gemeinde Feusisberg, Fuhrmann trete aufgrund des fehlenden Vertrauens per 31. Dezember 2012 zurück. Vizepräsident Beat Flühler übernehme ihre Geschäfte bis zur Ersatzwahl.

Fuhrmann war erst vor eineinhalb Jahren zur Gemeindepräsidentin gewählt worden. Ihr ebenfalls parteiloser Vorgänger war nach gerade acht Monaten Amtszeit zurückgetreten.

Fuhrmann hatte an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember den anderen Mitgliedern des Gemeinderates (Exekutive) Unregelmässigkeiten vorgeworfen und von unhaltbaren Zuständen gesprochen. Die Angeschuldigten nahmen davon mit Erstaunen Kenntnis, wie lokale Medien berichteten.

Der Rücktrittsentscheid fiel an einer Aussprache vom Donnerstag, an dem neben dem Gemeinderat auch zwei Mitglieder der Kantonsregierung teilnahmen. Ziel sei es gewesen, eine Bestandesaufnahme zu den geäusserten Vorwürfen zu machen und das weitere Vorgehen festzulegen, schreibt die Gemeinde Feusisberg.

Das kantonale Sicherheitsdepartement, das die Gemeinden beaufsichtigt, prüft die von Fuhrmann eingereichten Unterlagen. Regierungsrat André Rüeggsegger sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, man habe eine erste Sichtung vorgenommen. Gemäss des jetzigen Abklärungsstandes gehe es in erster Linie um Verfahrensabläufe und Entscheidfindungsprozesse.

Für den Kanton gab es bislang keinen Grund zum Einschreiten. Man habe zwar gewusst, dass es in Feusisberg «atmosphärische Schwierigkeiten» gebe, sagte Rüeggsegger. Der Kanton sei aber kein Vormund der Gemeinden, sondern wahre deren Autonomie. Die Gemeinden seien primär für sich selbst verantwortlich.

sda