Generalvikar Martin Grichting übt Selbstkritik

Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, lehnt die Pfarrei-Initiative ab. Er macht aber auch brisante Aussagen zur Personalpolitik der katholischen Kirche.

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Martin Grichting, Generalvikar Bistum Chur. (Bild: PD)

Martin Grichting, Generalvikar Bistum Chur. (Bild: PD)

Martin Grichting lehnt die Pfarrei-Initiative aus theologischer Sicht ab. Dies sagte der Generalvikar des Bistums Chur am Sonntag gegenüber dem SRF-Regionaljournal Graubünden. Auf Anfrage der Neuen Luzerner Zeitung präzisiert Grichting seine Aussagen und sagt: «Rein menschlich kann ich die Unterzeichner der Pfarrei-Initiative aber verstehen, vor allem die vielen Pastoralassistenten.»

Gleichzeitig übt Grichting massive Selbstkritik an der Personal- und Ausbildungspolitik der katholischen Kirche. Die Pastoralassistenten hätten wie die Priester Theologie studiert, würden aber trotzdem immer nur die zweite Geige spielen.

Personalpolitik ist gescheitert

Grichtings Folgerung aus der Pfarrei-Initiative hört sich wie eine Bankrotterklärung an die Personalpolitik der katholischen Kirche an: «Die Pastoralassistenten wurden in den letzten Jahrzehnten in ein Berufsbild hineinmanövriert, das eine Sackgasse ist. Sie sind Opfer einer verfehlten Personal- und Ausbildungspolitik der Kirche in der Schweiz. Das Berufsbild des Pastoralassistenten ist gescheitert.»

Das Bistum Basel will am Dienstag über ein Schreiben orientieren, das Bischof Felix Gmür an die Unterzeichner der Initiative richten will. Der Churer Bischof Vitus Huonder hat seine Mitarbeiter bereits angeschrieben.

Jérôme Martinu und Lukas Nussbaumer

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