GERICHT: Die Frühpensionierung kann teuer werden

Wer in die Frühpension will, tut gut daran, sich vorher bei der AHV zu erkundigen. Ein Schwyzer Ehepaar musste diese Erfahrung schmerzlich machen.

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(Karikatur Jals/Neue LZ)

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Rund 21'000 Franken muss ein Schwyzer Ehepaar der kantonalen Ausgleichskasse jedes Jahr einzahlen. Und zwar, bis es das eigentliche Pensionsalter erreicht hat. Der Ehemann ging in die Frühpension und rechnete damit, jetzt bis zum 65. Geburtstag jährlich nur etwa den Minimalbetrag von 425 Franken an die AHV zahlen zu müssen. Wegen der hohen Rechnung, die jetzt aber von der Ausgleichskasse kam, erhob das Paar dort Einsprache und blitzte ab. Gleich erging es dem Paar auch vor dem Verwaltungsgericht und vor dem Bundesgericht.

Nichterwerbstätig
Vergeblich hatten die Frühpensionierten auf einen Nebenerwerb verwiesen, den der Ehemann als Genossenrat von der Genossame bezog. Mit diesem Einkommen sei der Mann doch von der AHV als Erwerbstätiger zu betrachten. In diesem Falle hätte er nur AVH-Beiträge für dieses Nebeneinkommen oder den Minimalbetrag zu entrichten.

Sowohl das Schwyzer Verwaltungsgericht als auch das Bundesgericht bezeichneten aber den Mann als Nichterwerbstätigen. Der Beschäftigungsumfang bei der Genossame lasse sich höchstens etwa mit jenem eines nebenamtlichen Verwaltungsrats vergleichen. «Das Bundesgericht hat festgehalten, ein reines Verwaltungsratsmandat ohne gleichzeitige Wahrnehmung geschäftsführender Funktionen oder Sekretariatsarbeiten stelle grundsätzlich keine volle Erwerbstätigkeit dar», steht im Urteil.

Vermögen wird berücksichtigt
Weil der Mann nun also auch bundesgerichtlich als Nichterwerbstätiger zu bezeichnen ist, berechnet die AHV laut Gesetz die zu zahlenden Beiträge auch anhand des Vermögens des Ehepaars. «Der Mann ist reich», sagte dazu Andreas Dummermuth von der Ausgleichskasse Schwyz. «Darum muss er den für Nichterwerbstätige vorgesehenen Maximalbeitrag von 10 403 Franken sowohl für sich selber als auch noch einmal für seine Ehefrau zahlen.»

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.