GERICHTE: Staatsanwalt prüft Anzeigen gegen Schwyz

Im Nachgang zum Verfahren gegen die Investmentgesellschaft IPCO hat die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz einen ausserkantonalen Staatsanwalt eingesetzt. Dies wurde nötig, weil Dutzende Anzeigen gegen die Schwyzer Staatsanwaltschaft eingegangen sind.

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Der Prozess gegen IPCO fand im Rathaus Schwyz statt. (Bild: Archiv Neue SZ)

Der Prozess gegen IPCO fand im Rathaus Schwyz statt. (Bild: Archiv Neue SZ)

Beim ausserordentlichen Staatsanwalt handelt es sich um den St. Galler Beat Fehr, wie Oberstaatsanwalt Benno Annen am Mittwoch einen Bericht von «handelszeitung.ch» bestätigte.

Nötig wurde die Einsetzung eines ausserkantonalen Staatsanwaltes, weil die Schwyzer Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Fall IPCO selbst unter Beschuss geraten ist.

Von der IPCO geschädigte Personen werfen der Schwyzer Behörde vor, ihre Amtspflicht verletzt zu haben und erst viel zu spät gegen die Machenschaften der Investmentfirma vorgegangen zu sein. Gemäss Annen gingen bislang 70 bis 80 Anzeigen ein. Eine erste Anzeige war im Juli von der Interessengemeinschaft IPCO eingereicht worden.

Die IPCO hatte gemäss Staatsanwaltschaft von 1997 bis 2004 von mehreren hundert Anlegern 125 Millionen Franken entgegengenommen, um diese in Devisen zu investieren. Sie nahm diese Geschäfte aber nie vor. Stattdessen wurden die Beträge ins Ausland verschoben und davon unrechtmässig Geld abgezweigt.

Im letzten April verurteilte das Schwyzer Strafgericht den Hauptbeschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Ein zweiter Beschuldigter wurde zu 24 Monaten bedingt und einer Geldstrafe, eine dritte Beschuldigte zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, da sie angefochten wurden.

sda