GERICHTSFALL: Zwei Mitarbeitende nach Explosion in Kita verurteilt

Nach einer Explosion in einer Kindertagesstätte in Pfäffikon 2013 sind zwei Kita-Mitarbeitende von einem Gericht verurteilt worden. Sie sollen fahrlässig eine undichte Luftmatratze mit Gas und Klebstoff geflickt haben.

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Die Explosion richtete damals nicht nur Sachschaden an. (Bild: Archiv Bote der Urschweiz)

Die Explosion richtete damals nicht nur Sachschaden an. (Bild: Archiv Bote der Urschweiz)

Der zuständige Richter am Bezirksgericht Höfe, Lukas Burlet, bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda am Dienstag Informationen des "Höfner Volksblatts".

Ein Mann wurde des fahrlässigen Verursachens einer Explosion und der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig befunden. Er kassierte eine bedingte Geldstrafe von 96 Tagessätzen à 30 Franken zwei Jahre auf Bewährung. Daneben muss er eine Busse von 720 Franken bezahlen.

Weiter machte sich eine Frau laut Gericht der Begünstigung schuldig. Sie soll mitgeholfen haben, nach dem Vorfall Spuren zu verwischen. Sie wurde zu einer ebenfalls bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 30 Franken sowie zu einer Busse von 150 Franken verurteilt.

Die Verurteilten müssen zudem eine fünfstellige Summe für Verfahrens- und Gerichtskosten zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gemäss Angaben des Gerichts meldete die beschuldigte Frau bereits Berufung an.

Verbrennungen am Arm

Gemäss Staatsanwaltschaft wurde eine undichte Luftmatratze im Spielzimmer der Krippe mit einem Pannenset für Autoreifen geflickt. Als eine Praktikantin im Februar 2013 im Spielzimmer die Matratze mit einer elektrischen Pumpe aufblasen wolle, entzündeten sich die Klebstoffdämpfe und die Gasladung.

Die Praktikantin erlitt Verbrennungen am Arm. Ein Kind, das sich mit ihr im Raum aufhielt, blieb unverletzt. Bei der Verpuffung gingen Fensterscheiben zu Bruch, Mobiliar und Stellwände wurden beschädigt.

Die Verteidiger hatten vor Gericht einen Freispruch verlangt. Sie machten vor allem fehlende Beweise geltend. Eine Matratze und ein Pannenset wurden nie gefunden. Die Polizei entdeckte allerdings in einem Abfallsack das Ventil einer Matratze mit Rückständen von Klebstoff.

Der Unglücksort war beim Eintreffen der Behörden teilweise aufgeräumt. Die Angeklagten erklärten, sie hätten dies zum Schutz der Kinder getan.

sda