GERICHTSURTEIL: Schwyzer Offizier fälscht Marschbefehl

Ein heute 33-jähriger Oberleutnant der Schweizer Armee erstellte einen fiktiven Marschbefehl, der ihm freie Fahrt in Zivil auf allen Strecken der schweizerischen Transportunternehmen erlaubte. Dafür musste sich der Mann aus dem Kanton Schwyz vor dem Richter verantworten.

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Der Oberleutnant blieb in einer Kontrolle hängen. (Symbolbild Keystone)

Der Oberleutnant blieb in einer Kontrolle hängen. (Symbolbild Keystone)

red.  Wie der «March-Anzeiger» schreibt, sorgte er für eine Gültigkeit des «Marschbefehls» vom 30. April 2012 bis zum 25. Mai 2012. In diesem Zeitraum gab es für den Ausserschwyzer allerdings kein militärisches Aufgebot. Weil er am 27. Mai 2012 mit Anzug und Krawatte in eine Billettkontrolle geriet, stand der Mann nun vor Gericht. Der Kontrolleur nahm damals den «Marschbefehl» genauer unter die Lupe und stellte erstens fest, dass dieser die Gültigkeit überschritten hatte, und zweitens, dass es sich um eine Fälschung handelte.

Ende der Karriere droht

Der Beschuldigte aus Bäch machte bereits letzten September an einem ersten Prozess vor dem Bezirksgericht Winterthur ein Missverständnis sowie ein Verbotsirrtum geltend. Er sei davon ausgegangen, dass er berechtigt gewesen sei, einen Marschbefehl zu erstellen, jedoch ohne Erfolg. Er wurde vom Winterthurer Gericht wegen Urkundenfälschung zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 160Franken verurteilt. Der Beschuldigte legte daraufhin Berufung ein, und seine Verteidigerin verlangte auch am Montag vor dem Obergericht Freispruch.

Wiederum ohne Erfolg. Das Obergericht bestätigte das Winterthurer Verdikt umfassend. Die Geldstrafe von 4800 Franken muss er nun zwar nicht bezahlen, dafür hat er die Verfahrenskosten von über 5800 Franken zu berappen. Zudem wird die SBB AG über einen Zivilrichter einen Schadenersatz von 300 Franken verlangen.

Dem Offizier droht aufgrund der Verurteilung das Ende seiner langjährigen Karriere bei einer Grossbank. Bereits nach dem ersten Schuldspruch ist er in der Armee von einer Eliteeinheit in ein Betriebs-Detachement degradiert worden.