Gesamter Staat huldigt dem Kaiser

Grosser Empfang für die Negus-Gesellschaft. Aber nicht nur das Volk brachte dem Kaiser Geschenke dar.

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Negus Negsti XXXV. Bernhard Aschwanden, links, erhält von Hesonusode Patrick Bamert eine Fanfare. (Bild: Harry Ziegler/Neue SZ)

Negus Negsti XXXV. Bernhard Aschwanden, links, erhält von Hesonusode Patrick Bamert eine Fanfare. (Bild: Harry Ziegler/Neue SZ)

Prachtvoll anzuschauen waren die Staatskarossen, die den Negus Negesti Bernhard Aschwanden (Beny der Notorische) und sein Gefolge durch die alte Gasse bis vor die Fitnesshalle zur krummen Matte (Turnhalle des Schulhauses Krummfeld) brachte. Zahlreiche Zuschauer säumten am Samstag den Weg der orangenauswerfenden Fasnachtsoberhäupter Seewens.

Gastgeschenke

In der Turnhalle Krummfeld wartete denn auch viel Volk aus Addis-a-Seeba (Seewen), um dem Jubiläumsstaatsempfang, traditionell gespickt mit allerlei Reden und Darbietungen, beizuwohnen. Der diesjährige Staatsempfang wurde von der Hofmusik eröffnet. Nachdem Kanzler Stephan (Gramlich) von der Linden Volk und Gäste, auch aus dem benachbarten Ausland (Nein, nicht Schwyz oder Ibach – Deutschland) begrüsst hatte, brachten die zahlreichen Delegationen ihre Geschenke dar. So beispielsweise ein gar nicht amüsierter Rolf Bolfing von den Güdelzischtigern aus Schwyz. Er wurde kürzlich zum Ras Schiffwas erhoben, weil seine Gesellschaft der Negus-Gesellschaft ein Zündhölzli-Schiff geschenkt hatte, und so den Grundstein für eine kaiserliche Marine am Lauerzersee legte. Er sei auf der Toilette angehauen worden, er sei doch kein Ras (Stammesführer) Schiffwas, sondern just in diesem Moment ein Ras Seichwas. «Ich bin der Ras Schiffwas. Nicht der Seichwas. Das verletzt mich», so Bolfing. Als Geschenk überbrachten die Güdelzischtiger eine Torte, die sich in Blitz, Donner und Rauch verwandelte.

Die Japanesengesellschaft beschenkte die Negus-Gesellschaft mit einer Fanfare. Nicht ganz ohne Eigennutz: Schliesslich solle die geschenkte Fanfare dazu benutzt werden, die Ankunft des Hesonusode (Chef der Japanesen, Schwyz) anzukündigen, so er denn einmal nach Seewen komme.

Aber nicht nur die befreundeten Vereine huldigten mit Geschenken dem Negus Negesti. Auch die verschiedenen lokalen Vereine brachten den Kaiser und sein Gefolge, aber auch das Volk mit ihren Darbietungen zum herzhaften Lachen. An die fasnächtliche Lunte wurde am Staatsempfang in Seewen ein erstes kräftiges Feuer gelegt.

Jubiläumsfeier im ganzen Dorf

Für die Fasnächtler ging es nach dem Staatsempfang noch weiter. So konnten sie sich an einem Jubiläumsmaskenball in der Mehrzweckhalle Seerüti oder an einer Guuggerparty im Krummfeld austoben. Wer es etwas gemütlicher haben wollte, der konnte sich in den verschiedenen Restaurants Seewens von Darbietungen verschiedenster Art erfreuen lassen. Ein besonderes Jubiläumsgeschenk bereiteten die Seefaxbaupeler den zahlreichen Fasnächtlern. Die vier aus Steinen stammenden Figuren nahmen die Seebner richtig kräftig auf die Schippe – stilvoll verkleidet als traditionelle Seebner Fasnachtsfigur Seefax. Nach einem festgelegten Plan wechselten sich die Gruppen in den diversen Gasthäusern bei ihren Auftritten ab. Nicht fehlen durfte auch die Seebner Rott. Sie unterhielten die Leute in den teils übervollen Restaurants zusammen mit Gruppen, wie Horst, die Blaskapelle, Concerto Furioso, Klar-Text oder Echo vo dä Höchfluä aufs Trefflichste.

Harry Ziegler