Geschichte des Siegels hautnah erleben

Das Siegel war im Mittelalter Beweis für die politische Macht und eine Möglichkeit zur Selbstdarstellung. Am Samstag findet im Bundesbriefmuseum eine öffentliche Führung statt, bei der die Bedeutung und Funktion von Siegeln erläutert wird.

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Beim Anbringen der Siegel folgte man bestimmten Traditionen. So hängen die Siegel an dieser Urkunde von 1513 in derselben Reihenfolge, in der die Kantone noch heute in der Bundesverfassung aufgeführt sind. (Bild: Bundesbriefmuseum Schwyz)

Beim Anbringen der Siegel folgte man bestimmten Traditionen. So hängen die Siegel an dieser Urkunde von 1513 in derselben Reihenfolge, in der die Kantone noch heute in der Bundesverfassung aufgeführt sind. (Bild: Bundesbriefmuseum Schwyz)

Siegel sind heute fast vollständig aus dem öffentlichen Leben verschwunden. Doch im Mittelalter war das Siegel die wichtigste Form der Beglaubigung und entsprachen den heutigen Unterschriften. Ein Bündnis wurde erst gültig durch das Anbringen der Siegel.

Platz für Selbstdarstellungen

Neben diesem praktischen Nutzen hatten Siegel auch eine grosse symbolische Bedeutung. Das Siegel war eine Art Stellvertreter, auf dem sich eine Stadt oder ein Ort selbst darstellte. Dafür wählte man Symbole, die uns teilweise noch heute vertraut sind – im Stadtsiegel von Bern war ein Bär zu sehen und in Uri dominierte schon im 13. Jahrhundert der Stier.

Andere Siegelbilder wurden im Laufe der Jahrhunderte durch andere Symbole ersetzt: so ist in Schwyz heute das Schwyzerkreuz bekannter als der Heilige Martin, der 500 Jahre das Siegel zierte.

In einer öffentlichen Führung durch die Ausstellung erklärt Museumsleiterin Annina Michel anhand der Originalbündnisse die Gestaltung, Verwendung und Bedeutung der Siegel in der mittelalterlichen Eidgenossenschaft.

Die Führung findet am nächsten Samstag, 10. Juni, um 10. 15 Uhr im Bundesbriefmuseum statt. Der Eintritt ist frei. pd