GESUNDHEIT: Die Schwyzer Spitäler sind vergleichbar

Eine Studie der Uni Bern sagt aus: Spitaldaten können nicht verglichen werden, weil Spitalärzte die Daten nicht liefern. Im Kanton Schwyz ist das anders.

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Thomas Aeschmann, Direktor des Spitals Schwyz. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Thomas Aeschmann, Direktor des Spitals Schwyz. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Spitäler sind nicht vergleichbar, weil Spitalärzte ihre Daten nicht abliefern. Damit ist es für Patienten schwierig, sich vor einer Operation über die Qualität und Leistung eines Spitals zu orientieren. Wie aber wird das im Spital Schwyz gehandhabt?

Welche Daten werden von stationären Patienten im Spital Schwyz gesammelt?

Thomas Aeschmann: Es ist der vom Bundesamt für Statistik vorgegebene Datensatz. Die Patientendaten werden direkt aus einer Sammelgruppe ähnlich gelagerter Fälle erfasst. Es sind alle relevanten Patienteninformationen, die vom BFS verlangt werden, enthalten. Die Daten enthalten aber keine Eindeutigkeiten. Es kann anhand der Daten aber in keinem Fall nachvollzogen werden, um welche Person es sich handelt. Die Daten sind in etwa nach folgendem Muster strukturiert: Patient männlich, weiblich, so lange im Spital gelegen, mit dieser oder jener Diagnose usw. Es ist alles absolut unverfänglich.

Wie werden diese Daten erfasst beziehungsweise von wem?

Aeschmann: Die Daten werden vom behandelnden Arzt erfasst. Diese werden durch ein Codier-Controlling verifiziert und geprüft, ob alles korrekt abgelaufen ist. Bei uns läuft dieses System mit grosser Routine. Die Prüfungen ergeben kaum Fehleinschätzungen oder zu viel verrechnete Diagnosen. Diese Daten werden automatisch generiert aus dem Kranken-Informationssystem.

Welchen Nutzen haben diese statistischen Daten?

Aeschmann: Bei uns sind sie Grundlage für die Abrechnung. Um bei den Versicherungen und beim Kanton den Ertrag, die Leistungsentschädigung, erwirken zu können, werden diese codierten Fälle erfasst. Ein Nebenprodukt dieser codierten Fälle wird zugleich für den eingangs erwähnten BFS-Datensatz erstellt. In diesem Datensatz sind auch sämtliche Diagnosen enthalten und die Behandlungen abgebildet.

Was sagen die Daten über die Behandlungsqualität aus?

Aeschmann: Diese Frage korrekt zu beantworten, ist schwierig. In den meisten Fällen ist eine Statistik eine Interpretationsfrage. Was erkennbar ist, sind Häufigkeiten von Diagnosen oder von abhängigen Aufenthaltsdauern und Erschwernisse bei Diagnosen oder auch bei der Behandlung. Es sind aber auch Fehlentwicklungen feststellbar. Man kann auch Falschlieger feststellen, also jemand, der gar nicht stationär liegen müsste, weil eine Diagnose gar nicht zu einem stationären Bild passt. Solche Interpretationen lässt die Statistik zu.

Wie sind die Schwyzer Spitäler untereinander vergleichbar?

Aeschmann: Schwyzer Spitäler erheben ihre Daten korrekt. So sind die Spitäler Lachen, Schwyz und Einsiedeln gut miteinander vergleichbar.

Interview von Erhard Gick

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Schwyzer Zeitung.