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GESUNDHEIT: Zecken bringen Versicherer ins Schwitzen

Zeckenstiche führen bei den Unfallversicherern zu hohen Kosten. Allein die Fälle in der Zentralschweiz schlugen in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt mit fast 1 Million Franken zu buche.
Thomas Heer

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Zusammen mit Kanalratten, Spinnen, Kellerasseln, Küchenschaben, Stechmücken oder Kleidermotten zählen die Zecken bei vielen Menschen zu den unbeliebtesten Tieren überhaupt. Hunderte von Zeckenarten (siehe Grafik) finden sich weltweit. An Australiens Ostküste lebt die Paralysis Tick. Ihr Gift führt zur Lähmung des Atmungssystems. Viele Haustiere sterben so jährlich qualvoll. Mitunter finden sich auch Kinder unter den Todesopfern.

In der Schweiz gibt es zwar keine «Lähmungszecken». Aber auch hierzulande ist der Holzbock – die in Europa am meisten verbreitete Zeckenart – verantwortlich für viel zusätzlichen Betrieb in Arztpraxen und Spitälern. Denn die blutsaugenden Spinnentiere übertragen Viren, die beim Menschen zur gefährlichen und in ganz seltenen Fällen sogar tödlichen Hirnhautentzündung führen. Der Vorsichtige und die Sicherheits- bewusste können sich gegen diese Krankheit impfen lassen.

Zecken verursachen Kosten von 50 Millionen Franken

Die kleinen Biester übertragen aber auch jene Bakterien, welche beim Menschen Borreliose auslösen, verbunden mit grippeartigen Symptomen, in krasseren Fällen mit Beeinträchtigungen des Nervensystems oder Störungen in den Gelenken. Felix Ineichen, Arbeitsmediziner bei der Suva, sagt: «Zwischen 5 und 30 Prozent der Zecken sind Träger von Borrelien und können somit den Menschen bei einem Stich infizieren. Beim Erreger der Hirnhautentzündung FSME, einem Virus, liegt die Bandbreite im Bereich von 0,5 bis 3 Prozent.»

Versicherungstechnisch werden die gesundheitlichen Störungen aufgrund von Zeckenstichen als Unfälle abgewickelt. Der Suva liegen Zahlen vor, die aufhorchen lassen. So verursachten die winzigen Blutsauger in den vergangenen fünf Jahren der gesamten Assekuranz schweizweit Kosten von total 50 Millionen Franken. Acht Prozent davon fallen auf die Zentralschweiz. Das sind folglich vier Millionen Franken.

Bemerkenswert sind auch die Kosten pro Fall. Diese belaufen sich im Durchschnitt auf 1000 Franken. Darin eingeschlossen sind die Aufwendungen für die Heilung, Ausschüttungen für Taggelder sowie allfällige Rentenzahlungen. 90 Prozent der Zeckenfälle finden sich in der Rubrik «nichtbetrieblich», sind also aufgrund von Freizeitaktivitäten entstanden. Nur jeder zehnte Versicherungsfall wird als Berufsunfall verbucht. Betroffen davon sind in erster Linie Förster, Forstarbeiter oder Landwirte.

Zecken finden sich auch im städtischen Umfeld

Zeckenstiche beschäftigen verschiedenste Wissenschaftszweige und werden bis zum 29. Oktober auch im Naturmuseum Luzern speziell thematisiert. Die drängendsten Fragen zielen natürlich darauf ab, wie man sich gegen Zeckenstiche am wirkungsvollsten schützen kann. Denn: Die lästigen Blutsauger sind mittlerweile fast in allen Landesteilen (siehe Hinweis) verbreitet – auch in städtischen Gebieten. Die Tiere überleben bis in einer Höhe von etwa 1500 Metern. Gemäss Suva-Mediziner Ineichen traten die Zecken dieses Jahr bereits sehr früh in Erscheinung, und zwar schon im Februar. Ob es heuer analog zu 2016 wieder zu ausserordentlich vielen Zeckenunfällen kommen wird, kann gemäss Ineichen zurzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden.

Gemeinsam ist den Zecken, dass sie sich im Buschwerk von Laubwäldern oder dem angrenzenden Wiesland aufhalten. Sie treten aber auch in Gärten sowie Parkanlagen auf, und zwar auf einer Höhe ab Boden von bis zu dreissig Zentimetern. Läuft jemand in einem dieser Terrains herum und streift mit dem Körper an Gräsern und Stauden, krallen sich die Tierchen womöglich am Opfer fest. Das heisst: Lange, helle (damit man beim Befall die Zecken besser sieht) Kleidung schützt vor Stichen. Nützlich sind auch Zeckenschutzmittel und die Körperkontrolle. Liegt Zeckenbefall vor, sind die Winzlinge mit einer Pinzette, nicht etwa herauszudrehen, sondern gerade herauszuziehen.

Hinweis

Unter www.zecke-tique-tick.ch finden sich Infos über die Verbreitung der Zecken in der Schweiz und Impfempfehlungen des Bundes.

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