GOLDAU: Bartgeier «Ikarus» geschwächt aufgefunden

Der 2008 im Nationalpark Stilfserjoch ausgewilderte Bartgeier «Ikarus» ist geschwächt im Schwyzer Bisistal gefunden worden. Jetzt ist er zum Gesundheits-Check im Tierpark Goldau.

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Der Bartgeier Ikarus wird derzeit im Tierpark Goldau aufgepäppelt. (Bild Martin Wehrle/Stiftung Pro Bartgeier)

Der Bartgeier Ikarus wird derzeit im Tierpark Goldau aufgepäppelt. (Bild Martin Wehrle/Stiftung Pro Bartgeier)

Seit Juli streifte Bartgeier «Ikarus» in der Region zwischen dem Klausenpass, Braunwald und dem Bisistal umher. Wie die Stiftung Pro Bartgeier mitteilt, wurde wegen einer Meldung von Jägern festgestellt, dass der Junggeier angeschlagen ist.

Die örtliche Wildhut konnte «Ikarus» einfangen und ihn in den Tierpark Goldau bringen. Dort werden nun die Ursachen seiner gesundheitlichen Probleme abgeklärt.

Zum zweiten Mal gefangen
Ikarus musste bereits im Herbst 2008 ein erstes Mal eingefangen werden, weil er an einer Bleivergiftung litt. Solche Vergiftungen können entstehen, wenn Bartgeier Überreste von Wildtieren fressen, die Partikel von bleihaltiger Munition enthalten. Er wurde im Frühjahr 2009 wieder ausgesetzt.

Erste Tests zeigen, dass Ikarus aktuell keine erhöhten Bleiwerte mehr aufweist. Von den Ergebnissen der weiteren Untersuchungen im Tierpark Goldau hängt ab, ob der Kanton Schwyz den Bartgeier Ikarus erneut frei
lassen kann.

Ausgerottet und wieder angesiedelt
Bartgeier gehören zur ursprünglichen Tierwelt der Innerschweiz. Sie wurden aber in den Alpen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet. Trotz einem internationalen Wiederansiedlungsprojekt konnten die Vögel bisher nur selten beobachtet werden. Erst seit drei Jahren ziehen Bartgeier in der Schweiz wieder Junge auf.

ana