GOLDAU: Die Bären und Wölfe rücken näher zusammen

Der Plan besteht schon seit 22 Jahren, nun wird er Wirklichkeit: Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet der Tierpark Goldau die Gemeinschaftsanlage für Bär und Wolf.

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Ein Wolf in der neuen Anlage. (Bild pd)

Ein Wolf in der neuen Anlage. (Bild pd)

Im Jahr 1987 wurde das Gelände Grosswyier, das mit 17 Hektar so gross ist wie das bisherige Zoogelände, vom Tierpar übernommen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Von Beginn an hatte der damalige Direktor Felix Weber die Vision, auf diesem Terrain, das der Goldauer Bergsturz von 1806 formte, einen Begegnungsraum für Wolf und Bär zu gestalten.

6,8 Mio. Franken teuer
Jetzt ist Webers Idee Realität geworden. Am (morgigen) Samstag öffnet der Natur- und Tierpark das rund zwei Hektaren grosse Erweiterungsgebiet fürs Publikum. 6,8 Millionen Franken kostete die neue Attraktion, die das bis anhin teuerste Projekt des Tierparks darstellt. Finanziert wurde sie hauptsächlich mit Geldern von Stiftungen, Spenden Privater und Beiträgen der öffentlichen Hand.

Gegenwärtig wird dieser Lebensraum von fünf Syrischen Braunbären und fünf Wölfen genutzt. Die Anlage ist zwar – kaum sichtbar – in vier Sektoren unterteilt, denn Bären sind Einzelgänger und müssen getrennt gehalten werden können; aber da die Wölfe auch Zugang zum grössten Bären-Sektor haben, kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen den beiden Tierarten.

Futterkästen mit Kameras
Mehrere gut platzierte Aussichtspunke rund um die Anlage geben den Blick frei aufs ganze Gelände. Damit die Besuchenden die Bären noch besser zu sehen bekommen, hat der Park gemeinsam mit der Hochschule für Technik Zürich ein spezielles Fütterungssystem mit fünf Futterautomaten entwickelt. Die Boxen sind auf dem Gelände verteilt und geben den Bären in unregelmässigen Abständen eine Zwischenmahlzeit frei. In einer der Futterboxen ist eine Kamera verborgen; sie nimmt die Bären beim Naschen auf und übermittelt die Bilder direkt auf einen Bildschirm in der Menschenhöhle ( Mehr Informationen » ).

Der aufregendste Eindruck, den man im Besucherzentrum gewinnen kann, bleibt aber wohl jener, den die Bären und Wölfe hinterlassen. Im Untergeschoss können die Bären durch eine Glasscheibe bei einigen ihrer Lieblingsbeschäftigungen beobachtet werden: dem Baden und Fischen. Die beiden Teiche der Anlage sind über einen geschlossenen Wasserkreislauf mit einem natürlichen Reinigungssystem, einer Kies-/Pflanzenkläranlage verbunden. ( Mehr Informationen » ) Im Rahmen des umfassenden Projekts wurde auch der Schuttbach, der durch das Erweiterungsgelände fliesst, renaturiert. ( Mehr Informationen » )

1 Kilometer langer Rundgang
Das zweistöckige Besucherzentrum ist das Herzstück der Anlage; von hier aus hat man nicht nur eine besonders gute Sicht auf die Anlage, sondern wird auch von einer spielerischen Dauerausstellung zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier angeregt. Das Besucherzentrum ist Ausgangspunkt für einen etwa 1 Kilometer langen Rundgang um die neue Gemeinschaftsanlage.

Auf dem zukünftigen Tierparkgelände Grosswyier erleben die Besucher nicht nur Wildtiere, sondern auch verschiedene Bauernhoftiere hautnah. Esel, Pferd, Maultier, Kuh, Kalb und Schwein sind auf den angrenzenden Weiden bei der neuen Bär- und Wolfanlage eingezogen. Unbekannte Rassen wie Poitou-Esel, Weisser Barockesel, Walliser Evolèner-Kuh und –Kalb weiden dort.

scd

HINWEIS
Zusatztext zum Thema der Tierhaltung von Wolf und Bär »