GOLDAU: Schildkröten vor dem Aussterben bewahren

Die Sumpfschildkröten im Natur- und Tierpark Goldau haben ein neues Zuhause. Am Mittwoch wurde der neue Weiher für die seltenen Schildkröten eingeweiht.

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Der neue Weiher der seltenen Sumpfschildkröte. (Bild: pd / Natur- und Tierpark Goldau)

Der neue Weiher der seltenen Sumpfschildkröte. (Bild: pd / Natur- und Tierpark Goldau)

Die neue Anlage mit sechs Sumpfschildkröten liegt in der Nähe der Gemeinschaftsanlage Bär und Wolf und neben dem Amphibienteich am Schuttbach. Hier können die seltenen Sumpfschildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden, sei es beim Sonnenbaden auf den Baumstämmen oder unter Wasser bei der Nahrungssuche.

Der neue Weiher der seltenen Sumpfschildkröte. (Bild: pd / Natur- und Tierpark Goldau)

Der neue Weiher der seltenen Sumpfschildkröte. (Bild: pd / Natur- und Tierpark Goldau)

Die Europäische Sumpfschildkröte war früher auch in der Schweiz weit verbreitet. Dank Wiederherstellung von Sumpflandschaften und Auswilderung existieren heute einige wenige Populationen in den Kantonen Genf und Tessin – und neu auch im Natur- und Tierpark Goldau.

Mit dem Projekt einer breit angelegten Wiederansiedelung, vorerst in den Kantonen Genf, Tessin und dem Kanton Neuenburg, soll die Verbreitung der Europäischen Sumpfschildkröte gefördert werden. Die Tiere werden einer genetischen Analyse unterzogen, um sicher zu gehen, dass ihr Erbgut demjenigen der einheimischen Tiere entspricht. Das Projekt wird durch eine wissenschaftliche Studie begleitet. Diese soll aufzeigen, wie die Wiederansiedelung in den früheren Verbreitungsgebieten der Europäischen Sumpfschildkröte in den kommenden Jahrzehnten ablaufen kann. Es ist das langfristige Ziel, die Schaffung von Feuchtgebieten und die Ansiedelung von überlebensfähigen Populationen von Sumpfschildkröten zu fördern. Das Projekt wird von KARCH, der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz, koordiniert und von Zooschweiz, der Vereinigung der wissenschaftlich geführten Zoos der Schweiz, unterstützt.
 

Darum ist diese Art so selten in der Schweiz

Im Mittelalter wurde die Europäische Sumpfschildkröte intensiv bejagt, und ihr Fleisch bereicherte vielerorts den Speiseplan. Die Zerstörung ihres Lebensraums durch den Menschen trug wesentlich zum Verschwinden der Sumpfschildkröte in der Schweiz bei. Schuld daran waren die Trockenlegungen zahlreicher Weiher und Sümpfe. Flüsse wurden begradigt, und Auenlandschaften mit dichter Ufervegetation verschwanden.


pd/nop

Die Europäische Sumpfschildkröte in Natur- und Tierpark Goldau hat einen neuen Weiher erhalten. (Bild: pd / Natur- und Tierpark Goldau)

Die Europäische Sumpfschildkröte in Natur- und Tierpark Goldau hat einen neuen Weiher erhalten. (Bild: pd / Natur- und Tierpark Goldau)