GOLDAU: Stripperin, Ikone, Hollywooddiva – Goldauerin

Geboren ist sie 1921 in Goldau als Josefina Magdalena Marty. Der später als Syra Marty Bekannten sollte ein kometenhafter Aufstieg im Showbusiness beschieden sein. Dies zeigt ein neuer Kinofilm.

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Stand im Zickenkrieg mit Marylin Monroe: Syra Marty, hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1952. (Bild pd)

Stand im Zickenkrieg mit Marylin Monroe: Syra Marty, hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1952. (Bild pd)

Das Berggasthaus Rigi Dächli auf 947 Meter hoch über Goldau ist Ausgangspunkt des Films «Syra Marty – Dächli Leni goes to Hollywood», der am 4. Dezember im Theater Arth uraugeführt wird. Hier arbeitete Josefina Magdalena «Leni» Marty anfangs der 40er-Jahre im elterlichen Betrieb und träumte von einer Karriere als Tänzerin. 1942 brach sie aus ihrer konservativ-ländlichen Heimat aus und zog nach Zürich. Ihr kometenhafter Aufstieg zur ersten Schweizer Werbeikone und Striptease-Tänzerin werden genauso gezeigt wie der fulminante Start in die goldene Zeit des damaligen Hollywoods, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Für Chruschtschow getanzt
Im Januar 1948 wanderte Syra Marty zusammen mit dem Handstandartisten Billy Frick nach Los Angeles aus. Im Can Can Follies Theater in Hollywood startete sie eine vielbeachtete Tanzkarriere in den USA und tourte immer wieder nach Europa und Asien. Syra Marty war in unzähligen Magazinen und Zeitungen Cover-Girl und spielte auch in einer Reihe Hollywood-Filmen mit. Die Goldauerin tanzte in Wien für den damaligen UDSSR-Präsidenten Nikita Chruschtschow, stand in Konkurrenz zu Marylin Monroe und sorgte im Zusammenhang mit der Ermordung des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy wie auch am Hof des Königreichs Nepals für Medienskandale. 1977 zog sie sich aus dem Showbusiness zurück und lebt heute zurückgezogen und bescheiden in Florida.

Drei Jahre lang recherchiert
Regie führt der durch seine Produktionen für die Seebühne Brunnen AG (unter anderem «Manche mögens heiss») bekannte freie Journalist BR und Kulturschaffende Roger Bürgler (42). Beinahe drei Jahre hat der Gersauer recherchiert. Nach Vorträgen über das Thema und einer «langsamen, sensiblen» Kontaktaufnahme mit Syra Marty vermochte Roger Bürgler das Vertrauen des einstigen Glamour Girls zu gewinnen, wie es weiter heisst. Sie lud ihn inklusive Kamerateam zu sich nach Naples ein. Das Budget für den 90-minütigen Dokumentarfilm beträgt 194'000 Franken – eine Mischung aus Eigenkapital, Sponsoren-, Filmförder- und Stiftungsgeldern.

scd