GOLDAU: Wildes am Fuss der Rigi

Allerlei Tiere streunen an diesem Samstagnachmittag durch Goldau. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um entlaufene Rehe und Wölfe aus dem Tierpark, sondern um Goldauer Fasnächtlerinnen und Fasnächtler.

Drucken
Teilen
Ein Rigi-Tüfel spielt mit dem Konfettibad. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Ein Rigi-Tüfel spielt mit dem Konfettibad. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Diese haben sich nämlich passend zum diesjährigen Motto «Safari – Wildlife in Goldau» verkleidet und laufen als Tiger, Moskitos und Affen am grossen Umzug mit. Die Parkstrasse gleicht einem afrikanischen Reservat am Fusse des «Rigi-Mandscharo» – wie die Organisatoren die Königin der Berge kurzerhand umbenannt haben. Zu einem richtigen Reservat gehört auch ein Leiter. Und dieser führt den Umzug an: Stammesoberhaupt N?Buscho, mit einem Löwenkopf geschmückt, heisst die zahlreichen Zuschauer von einem grossen Safari-Auto aus willkommen. Dann und wann befiehlt er seinen Dienern – hungrige Kannibalen – mit furchteinflössender Stimme, ein Opfer aus dem Publikum zu holen. Dieses wird kurz in den Löwenkäfig gesperrt und bekommt eine Wuschelfrisur verpasst.

Gummiauge gefällig?
Mit der Gruppe der Massai ist nicht zu spassen. Sie gehen gerade auf Grosswildjagd, halten ihre Speere griffbereit und tragen stolz einen erlegten Tiger durch die Strassen. Da sind die «trenddancers» doch etwas friedlicher gestimmt: Im Zebralook oder als Schimpansen und Gorillas verkleidet, geben sie gleich eine ihrer gelernten Choreographien zum Besten. Wer sich nicht mit Malaria anstecken lassen will, muss sich am Umzug vor den grossen Sumpf-Moskitos hüten oder kann sich, wenn nötig, gleich bei der Busch-Ambulanz pflegen lassen. Und aus der Kanni-Bar, bestehend aus einem riesigen Kochtopf, bieten Kannibalen mit Knochen im Haar skurrile Leckereien wie etwa Gummiaugen an.

Konfettibad der Rigi-Tüfel
Zwischen den einzelnen Sujets geben nebst den Goldauschränzern sieben weitere Guuggenmusigen aus der ganzen Schweiz ihre kakofonischen Klänge zum Besten und sorgen für den nötigen Rhythmus während des Umzugs. Nebst den mottogetreuen Fasnachtsgruppierungen kommen auch die traditionellen Figuren wie etwa die Goldauer Wöschwyber oder die Waldbrüder der Gruppe Ur-Arth nicht zu kurz. Die gfürchigen Rigi-Tüfel und die Rossberg-Hexen sparen nicht mit Konfettis und manch ein Zuschauer bekommt in der berühmt-berüchtigten Konfettibadwanne eine Abreibung.

Laura Zambelli