Gotthard-Komitee will keine Neat light

Das Gotthard-Komitee - dem auch die Zentralschweizer Kantone angehören - fordert, dass der Neat-Güterverkehr den Personenverkehr nicht verdrängen dürfe. Dazu müssten Engpässe beseitigt und Kapazitäten erhöht werden.

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Ein Güterzug durchquert den Bahnhof Altdorf. (Bild: Elias Bricker/Neue UZ)

Ein Güterzug durchquert den Bahnhof Altdorf. (Bild: Elias Bricker/Neue UZ)

Der Güterverkehr, der ab 2016 über die Neat am Gotthard rollt, darf den Personenverkehr nicht verdrängen. Das fordern die 13 im Gotthard-Komitee zusammengeschlossenen Kantone. Die Bahnprojekte auf den Zubringerstrecken dürften deshalb nicht vernachlässigt werden.

Die neue Alpenverbindung dürfe nicht nur aus dem neuen Gotthard- und Ceneritunnel bestehen, wenn sie ihren Zweck erfüllen solle, schreibt die Interessengemeinschaft in einem am Montag veröffentlichten Positionspapier. Mit der Eröffnung der beiden Basistunnel sei die Gotthard-Neat noch nicht gebaut.

Konkret befürchten die 13 Kantone (ZH, LU, SZ, UR, OW, NW, ZG, SO, BS, BL, AG, TI, SH), dass in ihrem von 3,5 Millionen Menschen bewohnten Gebiet der Schnellzugs- und der S-Bahn-Verkehr dem Gütertransitverkehr untergeordnet werden könnte, wenn nicht die nötigen Schienenkapazitäten zur Verfügung gestellt werden.

Bundesrat und Parlament müssten deshalb die nötigen Mittel rechtzeitig bereitstellen und die verschiedenen bestehenden Lücken im System Gotthard-Neat schliessen, fordert die Interessengemeinschaft.

Damit die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene klappt, muss gemäss dem Gotthard-Komitee sofort ein durchgehender Korridor für den Verlad von vier Meter hohen Lastwagen von Basel nach Chiasso realisiert werden.

Ferner seien Engpässe (Zugersee, Axen, Bellinzona, Juraquerung, Zimmerberg, Urmiberg, Lugano) zu beseitigen, Kapazitäten zu erhöhen (Knoten Basel, Bahnhof Luzern, Zufahrten Stuttgart und Ostschweiz Richtung Zürich, Anschluss Rangierbahnhof Limmattal) und die Lärmbelastungen zu reduzieren (Zufahrt im Kanton Uri).

Das Gotthard-Komitee betont, dass viele dieser Projekte in der ursprünglichen Neat-Planung enthalten gewesen und aus finanziellen Gründen zurückgestellt worden seien. Die Neat müsse aber fertig gebaut werden und dürfe nicht Stückwerk bleiben, sonst werde sie nicht das, was Bevölkerung und Wirtschaft von ihr erwarteten.

sda/bep