GROSS: «Ich glaube an eine höhere Macht»

Vor einem Jahr verlor er durch das Jahrhundertunwetter sein Haus. Josef Kälin blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Und auf eine seltsame Rettung.

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Josef Kälin vor seiner neuen Wohnung hinter der Metzgerei Keller in Gross. Heute lebt er nicht mehr direkt neben dem Grossbach. (Bild Philipp Fanchini/Neue SZ)

Josef Kälin vor seiner neuen Wohnung hinter der Metzgerei Keller in Gross. Heute lebt er nicht mehr direkt neben dem Grossbach. (Bild Philipp Fanchini/Neue SZ)

«Ich habe mich in erstaunlich kurzer Zeit relativ gut eingelebt», sagt Josef Kälin im Gespräch mit unserer Zeitung und lehnt sich in seinem Stuhl gemächlich zurück. Er ist selber überrascht von seiner Gelassenheit. Es gefalle ihm in seiner neuen Wohnung, direkt hinter der Metzgerei Keller in Gross. «Auch mein Kater Peterli hat sich gut eingelebt.» In den ersten Wochen nach dem Bezug der neuen Wohnung sei Peterli zwar immer wieder verschwunden. Jedes Mal habe er den gewieften Kater an der Stelle neben dem Grossbach gefunden, an der sein Haus gestanden hat. Mittlerweile habe auch Peterli verstanden, dass die Wohnung hinter der Metzgerei sein neues Zuhause ist.

«Seltsamerweise bin ich jetzt wieder sehr nahe an dem Ort, an welchem mein Geburtshaus gestanden hat.» Josef Kälin hat schon einmal sein Zuhause verloren: Das Haus seiner Eltern wurde bei einem Brand völlig zerstört. Bereitwillig zeigt er ein Bild des Gebäudes aus den Fünfzigerjahren, schaut aus dem Fenster und zeigt auf die Stelle, an der das Haus einmal gestanden hat. «Eine seltsame Fügung», sagt er.

Von Kater «Peterli» gerettet
Seltsam ist auch die Geschichte um Josef Kälins Kater Peterli. Dieser hätte sich am Tag, an dem das Wasser kam, in Sicherheit bringen können, machte aber genau das Gegenteil: «Peterli hat sich im Keller verkrochen. Er hat miaut, bis ich nach ihm geschaut habe.» Daraufhin habe er den Kater nach oben gebracht und nach draussen bringen wollen. «Ich habe gleich gemerkt, dass etwas nicht stimmt», sagt Kälin. Er habe den Kater gepackt und sei mit ihm ins Auto gestiegen. «Da ist schon das Wasser gekommen. Und ich bin mit Vollgas davongefahren.» Erklären kann sich Kälin das Verhalten von Peterli nur so: «Ich glaube mittlerweile, dass es mehr gibt, als wir Menschen wahrnehmen können – eine höhere Macht.» An einen simplen Zufall glaube er nicht.

Es töne zwar komisch, aber der Kater habe bis zum Tod von Kälins Mutter vor vier Jahren ein sehr inniges Verhältnis zu dieser gehabt. «Ich weiss nicht, ob diese Verbindung mich gerettet hat.» Während Kälin noch einmal die erstaunliche Geschichte seiner Rettung erzählt, kuschelt der Kater auf seinem gemütlichen Plätzchen in der warmen Stube. «Seit dem Unwetter ist er regelrecht wetterfühlig geworden - auch bei den heftigen Niederschlägen der letzten Tage hat er sofort reagiert.»

Philipp Fanchini

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Schwyzer Zeitung.