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GROSSANLASS: Zentralschweiz verliert Biathlon der Winteruniversiade 2021

Die 30. Winteruniversiade findet 2021 in der Innerschweiz statt. Doch nun hat das Organisationskomitee die Biathlon­wettkämpfe von Andermatt in die Lenzerheide ausgelagert – aus Kostengründen. Die Urner freuen sich trotzdem.
Raphael Zemp
Die Biathlonarena in Lenzerheide, hier kurz vor ihrer Eröffnung. (Bild: PD (26. November 2016))

Die Biathlonarena in Lenzerheide, hier kurz vor ihrer Eröffnung. (Bild: PD (26. November 2016))

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Drei Jahre dauert es noch, dann wird die Zentralschweiz Schauplatz der 30. Winteruniversiade. Zwischen dem 21. und dem 31. Januar 2021 werden sich über 1600 Athleten aus 50 Ländern in verschiedenen Wintersportdisziplinen messen. Nun ist klar geworden: Die Biathlonwettkämpfe werden nicht wie geplant in Andermatt-Realp ausgetragen, sondern in der Lenzerheide.

Die Gründe für das Outsourcing in die Bündner Berge: Die Kosten für einen Ausbau des bestehenden Schiessstandes in Realp wären höher ausgefallen als ursprünglich angenommen. «Es hat sich herausgestellt, dass temporäre Anlagen fast so viel kosten wie permanente Installationen. Es wären in Realp Investitionen von deutlich über einer Million Franken nötig gewesen», sagt Urs Hunkeler, Geschäftsführer der Winteruniversiade 2021. In der Lenzerheide dagegen gebe es bereits eine erstklassige Biathlonarena. Indem man sie nutze, werde auch dem Nachhaltigkeits­gedanken Rechnung getragen.

Urserntal wird neu Langlaufaustragungsort

Im Bündnerland freut man sich über den Entscheid. «Es ist für uns ein grosses Zeichen der Wertschätzung. Für die Biathlonarena Lenzerheide ist die Winteruniversiade zudem ein weiterer und wichtiger Schritt auf dem Weg zum Weltcup», lässt der desi­gnierte OK-Präsident Lenzerheide, Hannes Parpan, in einer Medienmitteilung von gestern verlauten. Aber auch im Urserntal hält sich die Enttäuschung über den jüngsten Entscheid des Winteruniversiade-OKs in Grenzen: Denn anstelle der Biathlon- werden nun sämtliche Langlaufwettbewerbe in der Wintersport­region Andermatt ausgetragen – eine «ausgezeichnete Lösung» findet Hunkeler. Das Urserntal sei schneesicher, zudem seien die Verantwortlichen erfahren in der Durchführung von Langlaufwettkämpfen. Flurin Riedi, Tourismusdirektor von Andermatt, hätte zwar ebenfalls gerne die Biathlonwettkämpfe ausgetragen, freut sich aber auch auf die «Topdisziplin» Langlauf. «Das stärkt unsere Positionierung im Ski-nordisch-Bereich und entspricht ganz unseren Ausbauplänen.»

Einsiedeln geht leer aus

Leer geht allerdings Einsiedeln aus, wo die Austragung der Langlaufwettkämpfe ursprünglich geplant war. Zu anfällig sei der Schwyzer Wintersportort in Bezug auf die Schneesicherheit, resümieren die Universiade-Verantwortlichen. «Eine nachhaltige Lösung für die Schneeproduktion konnte mit den zur Verfügung stehenden Mitteln in Einsiedeln nicht realisiert werden.»

Möglicherweise beehrt die Universiade Einsiedeln aber doch noch: mit der Austragung des Skispringens. Denn die Engelberger Schanze sei zu schwierig für das Niveau der Wettkämpfer. Aber weil es sich dabei um eine optionale Sportart handle, werde das Organisationskomitee erst im Verlauf dieses Jahres entscheiden, ob die Disziplin überhaupt ausgetragen werde, sagt Hunkeler. Und er betont: «Zudem ist die Schanze in Einsiedeln heute nicht wintertauglich.»

Alpine Wettkämpfe: Stoos fällt weg

Schon vor einiger Zeit entschieden wurde, die Alpin-Wettkämpfe nicht auf dem Stoos auszutragen. Wo sie stattdessen durch­geführt werden, bleibt unklar: Derzeit evaluiere man verschiedene Austragungsorte in der Zentralschweiz, sagt Hunkeler. Im Gespräch seien etwa der Hoch-Ybrig oder auch Engelberg. «Im Auswahlverfahren stehen wir aber noch am Anfang.» Bestätigt als Austragungsorte sind neben Andermatt-Realp (Langlauf) und Lenzerheide (Biathlon): Engelberg (Freestyle-Skiing, Snowboard, Curling), Luzern (Short Track Speed Skating, Eiskunstlauf) sowie Sursee und Zug (Eishockey).

Die Kosten für den Wintersportanlass werden auf 39 Mil­lionen Franken beziffert. 13 Millionen steuern dazu die Zen- tralschweizer Kantone bei, 14 Millionen der Bund. Den Rest berappen private Sponsoren. Gastgebende Stadt ist Luzern, es wird kein «olympisches Dorf geben». Für die über 2500 erwarteten Personen (Athleten plus Betreuungspersonal) sind Hotelunterkünfte vorgesehen. Die Winteruniversiade ist nach den Olympischen Winterspielen weltweit der zweitgrösste Multisportanlass im Winter – und findet alle zwei Jahre statt. Startberechtigt sind Studenten von Fachhochschulen und Universitäten im Alter von 17 bis 25 Jahren.

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