GÜTSCHTUNNEL BRUNNEN: Der «Käsetunnel» ist umstritten

Im Brunner Gütschtunnel soll wieder Käse reifen. Mit einem elektronischen Lüftungssystem will der Besitzer Emissionen unterdrücken. An der Wirkung wird gezweifelt.

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Bis 2005 lagerte die Schwyzer Milchhuus AG im Gütschtunnel Käse. Nun möchte sie den Betrieb wieder aufnehmen. (Archivbild Erhard Gick)

Bis 2005 lagerte die Schwyzer Milchhuus AG im Gütschtunnel Käse. Nun möchte sie den Betrieb wieder aufnehmen. (Archivbild Erhard Gick)

Werden im Dorfkern von Brunnen schon bald wieder Käselaibe reifen? Wenn das Stimmvolk am 1. Juni zur Umzonung des Gütschtunnels Ja sagt, so kann die Schwyzer Milchhuus AG nach einem dreijährigen Unterbruch den Betrieb dort wieder aufnehmen.

Ein perfektes Klima für den reifenden Käse
Besitzer Erich Reichmuth erhofft sich das sehr, denn für den Reifeprozess seines Käses herrschen im ehemaligen Gotthard-Eisenbahntunnel ideale Bedingungen. «Die Temperatur ist konstant 12 Grad und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 95 Prozent», erklärt Reichmuth. Dies ergäbe ein perfektes Klima für den Käse, das mit sparsamem Energieaufwand erzielt werden könne.

Weniger ums Klima für den Käse, sondern viel mehr um mögliche Geruchsemissionen, die durch die Felsen des Käsekellers treten könnten, sorgen sich einige Brunnerinnen und Brunner. Willi Keller beispielsweise hat einen Flyer an die Haushaltungen verteilt. Darin hält er fest, dass «ein Käsekeller nicht nach Käse riecht, sondern wie Urin und Ammoniak stinkt.»

«Auf ein solch extremes Schreiben wollten wir gar nicht reagieren», sagt Reichmuth auf Anfrage. Darin würden Tatsachen durcheinander gebracht und Unwahrheiten verbreitet. Käse rieche nun einmal wirklich nicht wie Urin, vielleicht hätte Keller den Duft der Ara in der Nase gehabt.

Keine Zuluft und keine Abluft mit dem neuen System
Vom Herbst 1999 bis im Mai 2005 nutzte die Schwyzer Milchhuus AG den Gütschtunnel versuchsweise als Käselager. Damals wollte man den Geruch mit verschiedenen Filtern beseitigen, was jedoch nicht 100-prozentig gelungen war.

«Nun haben wir ein erprobtes System, das funktioniert», verspricht Reichmuth.Der Käsekeller werde an beiden Enden hermetisch abgeriegelt und absolut dicht gemacht. Mit einem elektronischen System wird die Luft im Felsen umgewälzt. «Damit braucht es keine Zuluft und es entsteht keine Abluft. Deshalb können auch keine Gerüche entweichen», sagt Reichmuth.

Ob die Bevölkerung Vertrauen in das Versprechen von Erich Reichmuth hat, dass bei einer Wiederaufnahme des Betriebs mit dem neuen Lüftungssystem absolut keine Düfte mehr entweichen werden, wird sich an der Abstimmung vom 1. Juni zeigen.

Daniela Bellandi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.