Gute Noten für ÖV in der Zentralschweiz

Die Umweltorganisation Umverkehr hat den öffentlichen Verkehr in der Schweiz getestet. Luzern und Zug schnitten sehr gut ab. Viel Verbesserungspotential gibt es im Bezirk Höfe.

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Das Bussystem ist in Luzern am Anschlag, es gibt kaum Sitzplätze. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Bussystem ist in Luzern am Anschlag, es gibt kaum Sitzplätze. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Umweltorganisation umverkehR hat nach 2003 und 2006 zum dritten Mal die Angebote im öffentlichen Nahverkehr in Schweizer Städten und Agglomerationen beurteilt. Laut einer Medienmitteilung vom Mittwoch schnitten Luzern (Note 4,6) und Zug (4,7) mit einem «sehr gut» ab. Emmen (4,4) liegt in der Gesamtbewertung im Mittelfeld. Bemängelt wurden insbesondere die Umsteigesituationen am Pilatusplatz in Luzern und am Sonnenplatz in Emmen sowie das knappe Angebot an Sitzplätzen (Zu den detaillierten Resultaten »). Laut dem Projektleiter Christian Harb hätten auch Baar und Cham einen Spitzenplatz verdient, wenn die Fahrpläne in den Spitzenzeiten etwas dichter und die Kapazitäten grösser wären.

Bezirk Höfe: Es fehlt an Geld

Weniger erfreut zeigt sich Harb über das Angebot im Bezirk Höfe, das erstmals im Rahmen des ÖV-Tests bewertet wurde: «Hier werden die Fahrgäste buchstäblich im Regen stehen gelassen.» Es fehle an Wartehallen bei den Haltestellen wie auch einem grosszügigen Witterungsschutz am Bahnhof Pfäffikon. Kritisiert wird hier auch das dünne Fahrplanangebot. «ÖV-mässig ist der Bezirk Höfe noch Entwicklungsgebiet, es fehlt hier offensichtlich an Geld», so das Fazit von Harb.

Beurteilt wurden insgesamt 53 Schweizer Städte nach zehn Kriterien wie Kosten, Geschwindigkeit und Sitzplatzangebot. Mit einem «Sehr gut» schnitten Zürich, St. Gallen, Genf, Glatttal, Bern, Baden-Wettingen, Biel, Chur und Schaffhausen ab. Ungenügend waren Sion, Nyon und Bulle.

pd/rem