Guuggenmusigen leeren ihren Kostümfundus

Ein grosser Markt nur für die Fasnächtler: In Brunnen trafen sie sich am Samstag in grosser Zahl.

Drucken
Teilen
Meike Suter aus Schwyz kaufte sich eine blonde Perücke. (Bild: Bert Schnüriger/Neue SZ)

Meike Suter aus Schwyz kaufte sich eine blonde Perücke. (Bild: Bert Schnüriger/Neue SZ)

Die Fasnacht 2011 hat im Kanton Schwyz bereits am Dreikönigstag begonnen: mit dem Einzug der Japanesengesellschaft zur Reichsversammlung im Hauptort Schwyz. Gestern ging sie in Brunnen weiter mit dem 13. Zentralschweizer Fasnachtsmarkt. Auf dem Gemeindeparkplatz gab es für die vielen hundert Besucher an mehr als 40 Ständen alles zu kaufen, was das Fasnachtsherz begehrt: Kostüme, Masken, Schminkfarben, Perücken, «Grossgrinde» und Musikinstrumente.

34 gebrauchte Wikinger

Guuggenmusigen versuchten, ihre gebrauchten Kostüme an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Rhypfluderi aus Schaffhausen boten ihre 34 Wikinger-«Gwändli» samt den dazugehörigen «Grinde» für 240 Franken pro Stück an. «Die trugen wir letztes Jahr noch an der Fasnacht», hiess es am Stand. «Und wenn wir sie nicht verkaufen können, so haben wir hier mindestens den Kontakt mit ein paar anderen Guuggenmusigen herstellen können.»

Kostüme für gleich eine ganze Guuggenmusig zu verkaufen, sei in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, sagte Christine Birchmeier von den Solothurner Weihere-Schränzern. Vor 20 Jahren seien gebrauchte Kostüme den Guuggern an solchen Märkten noch fast aus der Hand gerissen worden, sagt sie. «Es waren vor allem Dorfguuggen, die sich damals so ausstatteten.» Heute aber würden die Kostüme und «Grinde» immer aufwendiger. Und eine Guuggenmusig, die etwas auf sich halte, suche die Exklusivität.

Instrumenten-Ausverkauf

Wer etwas genauer hinschaute oder hinhörte, erfuhr hier auch Hintergründiges über die Fasnacht. Am Verkaufsstand der Guuggenmusig Musegghüüler aus Luzern stand, sie starte einen Neuanfang und suche neue Schlagzeuger, Trompeter, Hornisten und Fahnenträger. Und eine für Fasnächtler eher traurige Geschichte erzählte Chantal Mächler von der Guuggenmusig Näbelwürm March: «Wir probten noch bis Dezember, mussten dann aber unsere Auflösung beschliessen. Denn wir waren nur noch zehn Mitglieder.» Nach zwölf Jahren seien der Guuggenmusig die Musikanten davongelaufen, Neumitglieder hätten sich bisher keine finden lassen. Also bot Mächler zusammen mit ein paar weiteren verbliebenen Näbelwürm an einem Stand 20 Musikinstrumente zum Ausverkauf an: Pauken, Sousafone, Trompeten und Posaunen. «Eine Posaune haben wir bereits verkauft», bilanzierte Mächler kurz nach Mittag.

Bert Schnüriger / Neue SZ