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Hat sich in vermeintlicher Männerdomäne bewiesen

Informatikerin Neela Kazi hat einen bisher für Frauen eher untypischen Beruf erlernt.
Chiara Stäheli
Als eine von nur vier Frauen hat Neela Kazi (19) die Informatik-Berufsschule besucht.

Als eine von nur vier Frauen hat Neela Kazi (19) die Informatik-Berufsschule besucht.

Luzern   Neela Kazi ist eine der wenigen Frauen, die im Sommer ihre Lehre zur Informatikerin abschliessen. Dass sich die Luzernerin für diese Ausbildung entschieden hat, führt sie auf mehrere Gründe zurück: «Schon als Kind habe ich mich für technische Dinge interessiert. Ich habe mich etwa gefragt, wie ein Gameboy funktioniert.» Antworten dar­auf habe sie nun während ihrer vierjährigen Lehre bei der CSS Versicherung in Luzern und in der Berufsschule in Sursee gefunden.

Als Frau in einer von Männern dominierten Ausbildung sei sie manchmal schon etwas aufgefallen, meint Kazi. «Von unseren männlichen Schulkollegen hörten wir Frauen schon ab und an Sprüche, welche jedoch nicht ernst gemeint waren. Ich habe diese aber immer mit Humor genommen.» In ihrer Klasse waren lediglich noch drei weitere Frauen. Und dies sei «schon beinahe ein rekordverdächtiger Frauenanteil in einer Informatikklasse», fügt die 19-Jährige schmunzelnd an.

«Hatte nie das Gefühl, ich müsse mich behaupten»

Viel häufiger als in der Schule sei sie von Aussenstehenden auf ihre Lehre angesprochen worden: «Es hat oftmals geheissen: ‹Was? Du machst eine Informatiklehre als Frau? Ist das nicht ein Männer­beruf?›» Solche Aussagen würden aber überhaupt nicht auf die aktuelle Situation zutreffen, stellt Neela Kazi klar: «Viele meinen, man müsse sich als Frau in einem Männerberuf beweisen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass man ganz normal behandelt wird, und hatte nie das Gefühl, ich müsse mich behaupten.» Da dieses Vorurteil aber noch immer verbreitet sei, blieben Frauen in ebendiesen Berufen weiter in der Unterzahl. «Junge Frauen schrecken oft davor zurück, einen sogenannten Männerberuf auszuüben. Doch man muss nur den Schritt wagen und sieht dann, dass sich die Vorurteile schon bald in Luft auflösen.»

Nächster Schritt: Studium

Dass die Informatiklehre kein Zuckerschlecken ist, kann Kazi bestätigen: «Da ich begleitend noch die Berufsmatura absolvierte, war es zeitweise sehr intensiv.» Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Neela Kazi schliesst ihre Lehre mit einer 5,7 ab.

Den Ausgleich zur Lehre findet die Tochter einer Schweizerin und eines Bangladeschers beim Tanzen – insbesondere beim Hip-Hop. «Das tut mir gut, vor allem auch weil ich bei der Arbeit meistens sitze.» Bleibt dann noch Zeit, trifft sie gerne Freunde oder hört Musik. Die Zielstrebigkeit und der Ehrgeiz sind der jungen Frau rasch anzumerken. Ihre Pläne für die Zukunft hat sie bereits festgelegt: «Ich arbeite nun ein Jahr weiter bei der CSS Versicherung. Anschliessend würde ich gerne mit dem Digital-Ideation-Studium an der Hochschule Luzern in Rotkreuz starten.» Dieses verbindet Informatik und Design und soll den Studenten ermöglichen, die Digitalisierung mitzugestalten, etwa durch Game-, App- oder Webentwicklung. Vielleicht wird Neela Kazi also schon bald selbst den Gameboy 2.0 entwickeln.

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