Hoch-Ybrig: Amt empfiehlt zwei Änderungen

Nach dem tödlichen Unfall beim Sessellift Hesisbol im Hoch-Ybrig hat die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) zwei Sofortmassnahmen empfohlen. Der Bahnbetreiber wundert sich.

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Die Frau fiel aus diesem Sessel auf die Piste. Rettungskräfte leisten Erste Hilfe. (Bild: Leserreporter)

Die Frau fiel aus diesem Sessel auf die Piste. Rettungskräfte leisten Erste Hilfe. (Bild: Leserreporter)

Nach dem tödlichen Unfall einer Snowboarderin am Samstag vor einer Woche empfiehlt die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle Sust zwei Sofortmassnahmen. Dies, nachdem die 34-jährige Sportlerin aus dem Kanton Zürich vom Sessellift Hesisbol im Hoch-Ybrig gefallen war. Beim Ausstieg in der Bergstation verhedderte sich ihr Rucksack – die Frau blieb hängen. Zwar wurde kein manueller Nothalt ausgelöst doch der Sechser-Sessellift stoppte trotzdem. Dies aber erst nachdem der Lift die Überfahrsicherung passiert hatte. Tragischerweise war dies ausserhalb der Fangnetze und die Frau zog sich beim Sturz so heftige Verletzungen zu, dass sie an diesen verstarb.

«Das sind nur Empfehlungen»

Die Sust empfahl darum einerseits, dass die Überfahrsicherung näher an den Ausstieg versetzt werden soll. «Und andererseits soll das Personal nicht nur die ankommenden Sessel Überwachen, sondern auch ein Auge auf die wegfahrenden Sechser-Sessel werfen» wie Mediensprecher Walter Kobelt erklärt. «Das sind nur Empfehlungen zuhanden des Betreibers», betont Kobelt. «Der Betreiber ist vollkommen frei, ob er das machen will oder nicht.»

Diese Empfehlungen seien vor einer Woche abgegeben worden und das Sust sei nun an der genauen Rekonstruktion des Vorfalls, ergänzt Kobelt. «Wir haben gedacht: Das sind einfach erste Sofortmassnahmen, die sicher nicht falsch sind. Das ist sicher gut, wenn wir das machen.» Und Kobelt wiederholt: «Wir haben am vergangenen Samstag keine technischen Schäden oder bahntechnischen Probleme gefunden – und lediglich die beiden Empfehlungen abgegeben.

Bahnbetreiber weiss von nichts

Wendelin Keller, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG wundert sich. Er wisse nichts von diesen Empfehlungen: «Ich war heute mit den Leuten des Sust auf dem Hesisbol-Lift. Wir sind im Häuschen gesessen, wo der Mann sitzt, der das Absteigen der Benutzer überwacht. Wir haben die Situation fotografiert», ergänzt Keller. «Und es gibt gar keinen besseren Ort, um die Situation zu überblicken.» Zudem dürfe an einer Bahn, die eidgenössisch konzessioniert sei, gar nichts geändert werden, fügt Keller an. «Denn jede noch so kleine Änderung muss die Bewilligungsbehörde zuerst absegnen.»

Charly Keiser/Neue SZ