HOCHWASSERSCHUTZ: Studie rückt neuen Abflussstollen für Lauerzersee in Vordergrund

Im Kanton Schwyz hat eine Studie fünf Varianten für einen besseren Hochwasserschutz im Gebiet um den Lauerzersee geprüft. Am Besten schneidet ein über ein Kilometer langer Abflussstollen zur Entlastung der Seeweren ab. Kostenpunkt: geschätzte 31 Millionen Franken.

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Eine Jugendliche sitzt auf einer Bank im Seebad der Gemeinde Schwyz am Lauerzersee, welches Wasser am steht, nachdem es stark geregnet hat. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Symbolbild))

Eine Jugendliche sitzt auf einer Bank im Seebad der Gemeinde Schwyz am Lauerzersee, welches Wasser am steht, nachdem es stark geregnet hat. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Symbolbild))

Die Studie wurden im Auftrag des Schwyzer Umweltdepartements vom Ingenieurbüro Basler & Hofmann erstellt. Eine abschliessende Beurteilung der Machbarkeit nimmt das 226-seitige Analysepapier aber nicht vor, wie die Schwyzer Staatskanzlei am Dienstag mitteilte.

Unter anderem wurden die Varianten noch nicht auf ihre Umweltverträglichkeit hin geprüft. Der Regierungsrat will im Februar über mögliche Massnahmen entscheiden.

Die Studie untersuchte mehrere Varianten für den Hochwasserschutz. Zur Diskussion stehen etwa Schutzmassnahmen direkt an Bauten im gefährdeten Gebiet oder eine Seeregulierung mit höherer Abflusskapazität.

Die Objektschutzmassnahmen könnten laut Studie für nur rund 1,5 Millionen Franken realisiert werden. Die Kosten für einen Totalausbau des Abflusses Seeweren hingen liegen bei gegen 28 Millionen Franken. Ein Entlastungsstollen würde je nach Länge mit bis zu 32 Millionen Franken zu Buche schlagen.

1,1 Kilometer langer Stollen

Als beste Variante nennt die Studie einen mindestens 1,1 Kilometer langen und vier Meter breiten Stollen durch den Urmiberg. Er soll für zusätzliche Abflusskapazität im Oberlauf der Seeweren sorgen und oberhalb des Nietenbachs in den Fluss müden. Mit dem Bauwerk würde ein dicht besiedeltes Gebiet in Unterseewen umgangen.

Das Umweltdepartement informierte am Montag an einer Informationsveranstaltung über die Studienergebnisse. Ein Entscheid fällte die Regierung noch nicht.

Die Studie empfiehlt, in einem nächsten Schritt die Machbarkeit einer Seeregulierung und der Massnahmen an der Seeweren im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung abzuklären. Erst danach könnte eine abschliessende Aussage über die Machbarkeit der Varianten gemacht werden.

In den vergangenen 17 Jahren kam es im Gebiet um den Lauerzersee und die Seeweren zu drei grossen Hochwassern. Die Schadenssumme liegt bei gegen 30 Millionen Franken. Mit künftigen Massnahmen sollen über 40 Häuser und Objekte in einem Gebiet von 72 Quadratkilometern geschützt werden. (sda)