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Kolumne

Hühnerhautmomente trotz Hitze

Man muss nicht stundenlange Flugzeiten auf sich nehmen, um Neues zu entdecken. In den Zentralschweizer Bergen findet man Dutzende wunderschöne Plätzchen.
Yasmin Kunz
Inoffiziell - mit minus 52,5 Grad - der kälteste Ort der Schweiz: Die Glattalp oberhalb des Bisisthals im Kanton Schwyz. Bild: Yasmin Kunz (4. August 2018)

Inoffiziell - mit minus 52,5 Grad - der kälteste Ort der Schweiz: Die Glattalp oberhalb des Bisisthals im Kanton Schwyz. Bild: Yasmin Kunz (4. August 2018)

Ich bin nicht allein. Eigentlich keine neue Erkenntnis, da die Bevölkerung stets wächst. Es gibt aber Momente, in denen man den Dichtestress ausgeprägter wahrnimmt. Etwa dann, wenn man in Sali, im Bisisthal im Kanton Schwyz, bei der Talstation steht.

Die Seilbahn – eine einzige Kabine – transportiert acht Personen in acht Minuten auf die Glattalp. Sie fährt also voll rauf und leer wieder runter. Zumindest vormittags. Am Nachmittag verhält es sich wohl umgekehrt.

Meine mathematischen Fähigkeiten sind minim, doch diese Rechnung kann sogar ich lösen: Wenn an der Talstation 40 Personen auf die Kabine warten, dann dauert es – Handgelenk-mal-Pi – 80 Minuten, bis ich an der Reihe bin. So entschied ich, hochzulaufen, zumal es ja ein Wander- und kein Bahnprojekt ist.

Lediglich die Temperaturen haben mich vorerst davon abgehalten – wie so viele andere offenbar auch. Und dennoch wollte ich unbedingt zum Glattalpsee.

Ganz so schlimm wie befürchtet war der Aufstieg dann doch nicht. Während des Wanderns zogen zum Glück zahlreiche Wolken auf. Heiss war es allemal. Auf dem Weg sorgten glücklicherweise einige Brunnen für Erfrischung. Der Aufstieg, etwa drei Stunden bis zum See, nahm mehr Zeit in Anspruch, als das Warten auf die Kabine inklusive Transport gedauert hätte. Runter gönn ich mir dann die Seilbahn, dachte ich.

Die körperliche Anstrengung wurde mit einer erfrischenden Szenerie belohnt. Apropos erfrischend: 1991 wurde mit minus 52,5 Grad der schweizweite Kälterekord gemessen. Dieser wird aber nicht anerkannt, weil er sich nicht belegen lässt.

Ich zweifle nicht daran. Denn sogar bei dieser Hitze, wo im Luzerner Flachland mehr als 30 Grad gemessen werden, war es bei der Talstation «nur» 22 Grad und oben noch weniger warm. Beim Picknick am See fröstelte mir, sodass sich gar die Haare an dem Armen aufstellten.

Bergstation. Ein paar Stunden nach dem Hühnerhaut-Erlebnis: 1, 2, 3, ... 30. Die Erkenntnis: Ich bin nicht allein. Handgelenk-mal-Pi: Ich laufe runter.

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