IBACH: «Wandern … ist überhaupt nicht doof!»

Der neue Roman von Blanca Imboden spielt bewusst in unserer Region. Was um Gottes Willen hat aber ein Kreuzworträtsel mit Wandern zu tun? Die Antworten liegen in ihrem spannender Roman «Wandern ist doof».

Erhard Gick
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«Wandern ist doof» ist nicht nur im Buchhandel ein Renner. Autorin Blanca Imboden hat momentan mit dem Versand alle Hände voll zu tun. Sie freut sich über ihr begehrtes Buch und erhält täglich Anfragen. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)

«Wandern ist doof» ist nicht nur im Buchhandel ein Renner. Autorin Blanca Imboden hat momentan mit dem Versand alle Hände voll zu tun. Sie freut sich über ihr begehrtes Buch und erhält täglich Anfragen. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)

Welches Rezept und welche erlesenen Zutaten braucht es, um ein gutes Buch zu schreiben? Eine Frage, mit der sich auch Blanca Imboden nach dem erfolgreichen Erscheinen ihres Bestsellers «Wandern ist doof» schwer tut. Diese Frage zu beantworten, sei recht schwierig, sagt die Autorin. «Ich habe den Anspruch, zu unterhalten. Ich will weder die Welt verändern, verbessern noch Literatur schreiben. Meine Bücher möchte ich so schreiben, dass es den Lesern nie langweilig wird.» Auch in ihrem neusten Roman erzählt sie eine Geschichte, «die mir am Herzen liegt. Ich mache mir beim Schreiben selten Gedanken, was zu tun wäre, um mein Buch erfolgreich werden zu lassen. Ich denke und schreibe aus dem Herzen, das ist mein Rezept.» Sie habe in all ihren Büchern das thematisiert, was sie selbst am meisten bewegte.

Ein Stück Lebensgeschichte

«Wandern ist doof» ist aber nicht irgend eine erfundene Geschichte, der in Ibach wohnhaften Schriftstellerin Blanca Imboden. Vor drei Jahren hat sie sich intensiv mit dem Wandern zu beschäftigen begonnen. Wurde selbst eine aktive Wandererin. «Da war natürlich klar, dass ich ein Buch über das Wandern schreiben wollte.» Die Wahrscheinlichkeit ist gross, wer oft selbst als Wanderer in den Schwyzer Bergen unterwegs ist, auf die Autorin zu stossen. Rucksack, Wanderstöcke, gutes Schuhwerk und ihre Fröhlichkeit sind zu ihrem Markenzeichen geworden. An dieser Lebensfreude und Fröhlichkeit lässt sie auch ihre Leserinnen und Leser teilhaben. Sie geniesst die Weite, die Schönheit der Berge. Das Erlebnis, das Befreiende, es geschafft zu haben, den Gipfel – auch mit ihrem neusten Buch – erreicht zu haben. Die zweite interessante Frage an die Autorin Blanca Imboden bezieht sich auf den Inhalt des Buches, dem Wandern. Ist Wandern denn wirklich so doof? «Früher fand ich es wirklich doof. Während der Schulzeit, auf den Schulreisen hatte mir das keinen Spass gemacht. Heute finde ich Wandern alles andere als doof.» Sie erzähle im Buch Lebensgeschichte aus ihrem eigenen Leben. «Man kann es fast nicht vermeiden, dass ein Teil eines Buches die eigene Persönlichkeit widerspiegelt. Das passiert ganz unbewusst. Manchmal äussert man auch gewisse eigene Meinungen, die man der Hauptfigur implementiert.»

Früh mit Schreiben begonnen

Bücher zu schreiben, ist für die Ibächlerin zu einer Art Selbstverständlichkeit geworden. Sie war Leseratte, Bücherwurm. Das hat schon im zarten Kindesalter begonnen. «Ich durfte die Bibliothek in unserem Pfarrhaus umfangreich nutzen. Ich glaube ich habe sie mehrfach leergelesen», erinnert sie sich an ihre Jugendzeit und Anfänge als Autorin. «Ich wollte schon als Kind Schriftstellerin werden und hatte bereits in der Primarschule meine ersten Fortsetzungsromane geschrieben. Diese Geschichten kamen bei meinen Schulkolleginnen gut an. Das hat mich angespornt, weiter zu schreiben.»

Komplimente zu ihrem Büchern, zu dem was sie schreibt, erhält sie oft. «Mir bedeuten Feedbacks wahnsinnig viel. Seit ich ihre Bedeutung kenne, schreibe auch ich jedem Autor, von dem ich ein Buch lese, das mir gefällt. Ich teile ihm diese Freude mit.» Gutes Feedback sei doch das, was einem zum Schreiben motiviere.

Frauenroman auch für Männer

Es sei ein Frauenroman, dieses Buch «Wandern ist doof». (lacht) «Ich wünschte mir, dass mein Buch auch von Herren gelesen wird. Mir ist schon klar, dass in meinen Romanen auch viel Herz und Schmerz vorkommt. Das ist möglicherweise etwas, was Männer nicht so stark interessiert.» Die Kalorienkönigin war ihr bisher erfolgreichstes Buch, in Deutschland erschienen, vor allem auch dort verkauft. «Jetzt konzentrieren wir uns voll auf die Schweiz und hoffen, auch die Schweizer Leser erreichen zu können.» Und dabei spricht sie natürlich bewusst ihren neuen Verlag an. Wörterseh. Der Erfolg des Buches rolle auf zwei Schienen, sagt sie. Sie sei überzeugt, dass sie mit dem Wörterseh-Verlag den Verlag gefunden habe, der für sie da sei, sie unterstütze. Der Verlag spiele seine guten Beziehungen aus, davon könne sie profitieren. Anscheinend habe sie mit dem Thema das geschrieben, womit man Leute, die Leserinnen und Leser ausgezeichnet erreicht und abholen könne. «Ich fühle mich in der Region wohl. Durch das Wandern bin ich vielleicht noch etwas Schwyzerischer geworden. Man wird durch das Wandern verbundener mit der Heimat und der Natur. Auch als ich mir den neuen Verlag gesucht hatte, habe ich klar gemacht, dass ich nicht mehr über Kalorien und Kenia schreiben will, sondern Schwyzerische Sachen. Mein nächstes Buch wird sich auf dem Stoos abspielen. Ich denke bereits über eine neue Geschichte nach und könnte mir vorstellen, dass sie im Tierpark Goldau spielt.»

Blanca die Geniesserin

Bis ihr Buch Wandern ist doof fertig geschrieben war, dauerte es rund zwei Jahre. Jetzt geniesst sie den Rummel um ihre Person. Nur fotografieren und filmen lasse sie sich nicht gerne. Aber ansonsten sei es spannend, auf was man sich alles einlasse dürfe. Erstmals ist nun ein Buch von ihr in die Schweizer Bestsellerliste eingestiegen. Jetzt freut sie sich jedenfalls auf den 6. Juni. Dann wird Frank Baumann auf dem Fronalpstock die Vernissage zum Buch moderieren.

«Ich bin ein Sonntagskind», sagt die bald 51-Jährige. Sie ist am 16. Dezember 1962 geboren. Als Kind hatte sie zwei grosse Träume: Sie wollte Sängerin und Buchautorin werden. Beides ist ihr gelungen. Mit 18 Jahren nahm sie im Soundvillestudio Luzern unter dem Künstlernamen «BEE BACH» eine LP als Popsängerin auf, die bei ARIOLA erschienen ist. 13 Jahre lang lebte sie als Berufsmusikerin und machte mit ihrem Lebenspartner Hans Gotthardt Tanzmusik in der Schweiz und in Deutschland.

Seit über 13 Jahren arbeitet Blanca Imboden bei der «Neuen Schwyzer Zeitung», ist der gute Geist in der Redaktionsstube. Sie führt das Redaktionsbüro und schreibt als redaktionelle Mitarbeiterin. Die Ibächlerin ist Autorin mehrerer Bücher. Das jüngste Werk heisst «Wandern ist doof».

Wandern ist doof – der Bestseller

Das Buch «Wandern ist doof» erzählt die Geschichte der Frankfurterin Conny. Sie hat bei einem Kreuzworträtsel zwölf Tage Ferien gewonnen. Ferien in der Schweiz. In der Urschweiz. Ferien im schwyzerischen Morschach. Der Gewinn kommt für die Hotelrezeptionistin, die gerade Liebeskummer hat, wie gerufen. Doch die Freude währt nur so lange, bis ihr klar wird: Diese Ferien sind als Wander- und Fastenreise für Singles ausgeschrieben. Conny will absagen, denn sie weiss genau: Wandern ist doof. Fasten ist doof. Und Männer sind erst recht doof. Dank der Überredungskunst ihrer Freundin Andrea fährt sie trotzdem hin. Im Gepäck ihre neu gekauften Wanderschuhe und die geliehenen Wanderstöcke, den Rucksack und die Thermosflasche. Im Herzen die Gewissheit, das wird vor allem eines – verlorene Zeit. Aber es kommt alles anders: Spritzig, witzig geschrieben, mit garantiertem Happy End.

«Wandern ist doof» ist im Buchhandel erhältlich. Alle Informationen hält die Autorin auch auf der persönlichen Homepage «www.wandern-ist-doof.ch» bereit. Erschienen im Verlag Wörterseh, Richtpreis Fr. 24.90, 224 Seiten
Print ISBN 978-3-03763-028-0
E-Book ISBN 978-3-03763-535-3