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«Ich musste mich durchbeissen»

Hauswart Simon Imboden (21) aus Oberdorf in Nidwalden trotzt seiner Krankheit.
Stephan Santschi
Will sich trotz seiner Cystischen Fibrose weiterbilden: Hauswart Simon Imboden (21).

Will sich trotz seiner Cystischen Fibrose weiterbilden: Hauswart Simon Imboden (21).

Grünpflege, Reparaturen, Reinigungen – die Aufgaben eines Hauswarts sind vielfältig. Vieles macht er selber, auch in den Bereichen Elektronik und Sanitär. Kurz: Er ist zuständig für alle Instandhaltungsarbeiten innerhalb und rund um ein Gebäude. Simon Imboden, ein 21-jähriger Lehrling aus Oberdorf, tat dies in den letzten drei Jahren im Schulhaus Stansstad. Dort hat er sich zum Fachmann Betriebsunterhalt EFZ mit Richtung Hausdienst ausbilden lassen, wie es korrekt heisst. Eigentlich alles recht gewöhnlich so weit.

Wären da nicht die gesundheitlichen Probleme, die für den jungen Mann alles komplizierter machen. Seit Geburt an leidet Imboden an Cystischer Fibrose. Drüsen und Zellen bilden Sekrete und Flüssigkeiten, die entweder zu konzentriert oder zu zähflüssig sind. Bei ihm ist vor allem die Lunge betroffen. Es entsteht zäher Schleim, der zu Husten, Bakterienbesiedlung und Entzündungsreaktionen führt. «Bisher musste ich acht Mal wegen einer Lungenentzündung ins Spital. Dann kommt es jeweils zu einer zweiwöchigen Antibiotika-Kur.»

Transplantation der Lunge ist Frage der Zeit

Neben den Spitalaufenthalten prägen rund zwei Stunden Therapie den Alltag des Nidwaldners. Inhalation, Atemübungen und Medikamente bringen Linderung, können die fortschreitende Erkrankung aber nicht stoppen. Als Folge hat sich mittlerweile Diabetes gebildet, weshalb er Insulin spritzen muss. In seinem Leistungsvermögen ist er dadurch stark eingeschränkt, «schon beim Treppensteigen gerate ich in Atemnot und ermüde schneller». Trotzdem hat sich Imboden für einen handwerklichen Beruf entschieden, weil er das schon immer tun wollte. «Auf dem Bau oder im Forst wäre es zu anstrengend gewesen. Der Hausdienst war deshalb die ideale Lösung.» Es habe aber einer grossen Willensleistung bedurft, um die Lehre abzuschliessen. «Ich war zu Beginn gesundheitlich in einer besseren Verfassung, als ich es heute bin. Meine Lungenfunktion liegt noch bei 30 Prozent. Ich habe mich durchbeissen müssen.» Eine Lungentransplantation sei nur eine Frage der Zeit.

In Guuggemusig und Trychlergruppe aktiv

Beeindruckend ist, wie offen Imboden mit der Erkrankung umgeht und wie er sich die Lebensfreude erhalten hat. «Ich spiele in einer Guuggenmusig, bin in einer Trychlergruppe, und bis vor kurzem habe ich auch Unihockey gespielt. Das gibt mir sehr viel.» Auf das Geleistete darf er zu Recht stolz sein. Der Schulgemeinde Stansstad, die ihm diese Chance gab und ihm während stets zur Seite stand, ist er sehr dankbar.

Ob Imboden nun auch eine Festanstellung antreten wird, ist offen. Die Tendenz zeige Richtung Umschulung, damit er künftig in einem Büro arbeiten kann. «Vielleicht in einem Hauswartunternehmen. Gerne würde ich in der Branche bleiben.» In der Theorie habe er seine Stärken – der Schulunterricht bereitete ihm bislang keinerlei Probleme.

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