ILLGAU: Josef Bürgler ist neuer Sennenvater

Zu Dreikönigen tagte die Sennen­gesellschaft Illgau und beschloss, wieder eine Sennenkilbi durchzuführen. Der neue Sennenvater heisst Josef Bürgler.

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Sennenpräsident Erwin Betschart (links) gratuliert Josef Bürgler zur Wahl. (Bild Guido Bürgler/Neue SZ)

Sennenpräsident Erwin Betschart (links) gratuliert Josef Bürgler zur Wahl. (Bild Guido Bürgler/Neue SZ)

Für das Dorfleben von Illgau war der 6. Januar einmal mehr von grosser Bedeutung. Zum einen feierte man das Fest der Kirchenpatrone Dreikönige mit Festgottesdienst und Aussendung der Sternsinger.

Zum andern tagte die Sennengemeinde und beschloss, am Güdelmontag, 23. Februar, wieder die beliebte Sennenkilbi abzuhalten. Dreikönigen war aber auch ein wichtiger Tag für die elf Geisslechlepfer, die sich am «Priis-Chlepfe» in Schwyz der Jury stellten, und einige Spitzenplätze erkämpfen konnten.

Ein Sennenkilbi-Urgestein
Geleitet wurde die Sennengemeinde von Sennenpräsident Erwin Betschart, welcher «Kraft seines Amtes» der höchste Illgauer Fasnächtler ist. Er hatte die Versammlung mit einem urchigen Naturjüüzli eröffnet.

Nun gedachte das Sennenvolk der im letzten Jahr Verstorbenen, darunter Toni Bürgler-Betschart («Dörfli-Toni»), welcher als amtierender Sennenvater leider verstorben war. Toni Bürgler gehörte während acht Jahren dem Sennenvorstand an. Neu in das Ehrenamt des Sennenvaters gewählt wurde ein echtes Sennenkilbi-Urgestein – nämlich Josef Bürgler vom Alpägruäss.

Viel Witziges und Neckisches
Im Laufe der Versammlung gab es immer wieder Anlass zum Lachen, hat doch das Witzeln und Sich-Necken an der Sennengemeinde eine lange Tradition, schliesslich markiert dieser Tag den Beginn der örtlichen Fasnacht. Sehr gut in diesen Rahmen passten auch die beiden sehr witzig verfassten Protokolle des Sennenschreibers Daniel Bürgler.

Die zahlreichen Pointen, gespickt mit alten Wörtern, gefielen dem Sennenvolk ausgezeichnet. Wer ist aber das Sennenvolk? Mit ihm sind nicht «nur» die Sennen und Älpler gemeint, sondern es umfasst alle Einwohnerinnen und Einwohner, welche die Sennenkilbi-Tradition hochhalten. Denn die Sennenkilbi ist seit jeher ein Fest für alle, für Jung und Alt, für Bauern und Nichtbauern. Was zählt, ist das Engagement für die fast alljährlich am Güdelmontag stattfindende Sennenkilbi.

Vier neue Sennenfreunde
Wer sich jahrelang vor oder hinter den Kulissen für die Sennenkilbi einsetzt, wird eines Tages zum Senntenbauern oder zum Sennenfreund gewählt. Heuer gabs vier neue Sennenfreunde, nämlich Paul Betschart, Büöl, René Bürgler, untere Fraumatt, André Micheletto, Bacheggli, sowie Pius Suter, Kilchrain.

Alle Senntenbauern und Sennenfreunde müssen dem Ankäsammler alljährlich eine kleine Abgabe entrichten, haben im Gegenzug aber das Recht auf einen reservierten Platz am Sennenmahl und – was wohl noch wichtiger ist – auf das letzte Geleit mit der Sennenfahne.

Guido Bürgler