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Im Zeitungskanton Schwyz

Die Schweiz ist ein Land mit einer ausserordentlichen Zeitungsdichte. Dies gilt insbesondere auch für den Kanton Schwyz.
Bert Schnüriger
Aktuelle Titelseiten von Zeitungen, die derzeit im Kanton Schwyz erscheinen. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Aktuelle Titelseiten von Zeitungen, die derzeit im Kanton Schwyz erscheinen. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

«Der Kanton Schwyz hat eine blühende Zeitungslandschaft», schreibt Jürg Auf der Maur in einem Kapitel in der «Geschichte des Kantons Schwyz». «Ausser in Gersau existiert in jedem Bezirk mindestens ein Blatt.» In Küssnacht ist es der «Freie Schweizer», in Goldau die «Rigi Post», in Schwyz erscheinen die «Neue Schwyzer Zeitung» und der «Bote der Urschweiz», in Einsiedeln der «Einsiedler Anzeiger», und in den beiden Ausserschwyzer Bezirken sind es das «Höfner Volksblatt» und der «March Anzeiger».

Von nationaler Bedeutung

Ab 1849 erschien in Schwyz und Luzern die «Schwyzer Zeitung» als erste konservativ-katholische Tageszeitung der Schweiz und von gesamtschweizerischer publizistischer Bedeutung. «Nach dem Sonderbund ins Leben gerufen, etablierte sie sich als wichtigste Stimme des Katholizismus», hält Auf der Maur dazu fest. «Sowohl äusserlich wie vom Gehalt her konnte sie mit der ‹Neuen Zürcher Zeitung› oder der ‹Basler Zeitung› mithalten. Sie war national der publizistische Gegenpol zum Berner ‹Bund›, der als wichtigstes Organ der Radikalen galt.» Das Blatt wurde aber 1872 eingestellt. Und die spätere «Schwyzer Zeitung» war nicht die Rechtsnachfolgerin dieses Blatts, wenn auch von einer gewissen Wahlverwandtschaft gesprochen werden kann.

Jene Zeitungslandschaft, die bis in die heutigen Tage Bestand hat, begann sich ab 1850 herauszubilden. 1858 gründeten in Schwyz die Brüder Dominik und Melchior Triner den «Boten der Urschweiz», ein Jahr später erschien in Einsiedeln erstmals der «Einsiedler Anzeiger». 1860 entstand in Lachen der «March Anzeiger», zwei Jahre später das «Wochenblatt für den Bezirk Höfe». 1876 erhielt der «Bote» in Schwyz Konkurrenz durch die «Schwyzer Zeitung», ein Jahr später begann der «Freie Schweizer» in Küssnacht, über das lokale Geschehen zu informieren.

Parteiblätter

Eine zweite Gründungswelle fand nach 1900 statt. Von den damals neuen Titeln allerdings erscheint heute nur noch die 1921 gegründete «Rigi Post». Andere Titel wie etwa die «Neue Einsiedler Zeitung» (1907–1992), der «Schwyzer Volksfreund» (1928–1971), die «Schwyzer Nachrichten» (1946–1975) oder das SP-Blatt «Schwyzer Demokrat» (1912–1989) hatten jahrzehntelangen Bestand. Ihr Niedergang allerdings hing zum Teil auch damit zusammen, dass ab den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Bedeutung der Parteipresse nachliess. «Von dieser Entwicklung waren die Schwyzer Lokalblätter nicht ausgenommen», hält auf der Maur fest. «Neue und andere Beiträge, vom Hochzeitsbild der lokalen Prominenz über Unfälle und Verbrechen bis zu Strassenumfragen sowie vermehrt Bildmaterial prägten die Zeitungen.»

Ab den 1980er-Jahren waren alle Schwyzer Lokalzeitungen auf Kooperationen angewiesen. Die Zusammenarbeit formierte sich zunächst nur im Inseratebereich, indem dort Pools gebildet wurden. Später kam es auch immer mehr zum Artikelaustausch etwa zwischen der 1994 gegründeten «March Höfe Zeitung», dem «Einsiedler Anzeiger» und der «Schwyzer Zeitung».

Der Einschnitt von 1979

Einen markanten Einschnitt auch ins Schwyzer Zeitungsmachen brachten ab 1979 technische Neuerungen und ein wichtiger verlegerischer Entscheid: Der «Bote der Urschweiz» stellte damals vom Blei- auf den Fotosatz um und begann, die Zeitung im neuen Offsetverfahren zu drucken. Vor allem für die Konkurrenz überraschend änderte er die Ausgabetage. Jahrzehntelang waren bisher am Platz Schwyz «Bote» und «Schwyzer Zeitung» jeweils dienstags und freitags erschienen. Nun erhielten die «Bote»-Abonnenten ihre Zeitung plötzlich dreimal: am Montag, am Mittwoch und am Freitag. Und seit 1994 ist der «Bote» eine Tageszeitung. Der damalige Verwaltungsrat der Schwyzer Zeitung AG reagierte 1979 säuerlich auf die «unnötig provozierte Eskalation». Die Dienstagausgabe wurde auf den Montag vorverlegt. «Diese Zurückhaltung war fatal», bilanziert Jürg Auf der Maur. Denn Ende der 1970er-Jahre waren «Schwyzer Zeitung» und «Bote der Urschweiz» mit je einer Auflage von 7000 Exemplaren noch gleichauf gewesen. Das änderte sich in Folge, heute hat der «Bote» eine viermal grössere Auflage.

Die «Neue Schwyzer Zeitung»

Die «Schwyzer Zeitung» wurde 1989 zum Pachtblatt der Luzerner Tageszeitung «Vaterland», ein Jahr später wurden die Verlagsrechte ganz nach Luzern veräussert. Das Schwyzer Blatt erscheint seit 1996 (und jetzt noch bis zum 31. Dezember 2013) als «Neue Schwyzer Zeitung» als Schwyzer Regionalausgabe der «Neuen Luzerner Zeitung».

Wechselvolle Geschichte

Die «Neue Schwyzer Zeitung» erscheint am kommenden 31. Dezember zum letzten Mal und stellt danach ihr Erscheinen ein. Damit endet die Geschichte dieser Schwyzer Lokalzeitung nach 137 Jahren. Eine erste «Schwyzer Zeitung» erschien schon von 1849 bis 1872 in Schwyz und Luzern. Das heutige Blatt allerdings geht auf das Jahr 1876 zurück. Es nannte sich bis 1995 «Schwyzer Zeitung» und wurde bis 1989 von der Druckerei Schwyzer Zeitung AG herausgegeben. In einer losen Serie erzählt die Redaktion in den nächsten Wochen die wechselvolle Geschichte dieser Schwyzer Lokalzeitung nach. Eine erste Folge dieser Serie erschien unter dem Titel «Wie es beinahe zum Prozess kam» bereits am 26. Juli, ab dieser Woche wird die Serie nach einem Ferienunterbruch fortgesetzt.

s.

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