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IMMENSEE: Zunftmutter der Lichtlöscher: «Ich liebe die Herzlichkeit der Menschen hier»

Hummi Jeanmaire ist weltweit vernetzt und oft auf Reisen. Die neu gewählte Zunftmutter der Lichtlöscher erzählt, warum ihr so viel am Dorf liegt – und wieso ein anderer Name in ihrem Pass steht.
Gerlinde «Hummi» Jeanmaire ist neue Zunftmutter der Lichtlöscher Immensee. (Bild: PD)

Gerlinde «Hummi» Jeanmaire ist neue Zunftmutter der Lichtlöscher Immensee. (Bild: PD)

Sie liebt rote Cabriolets mit einer langen Schnauze, hat ein Faible fürs Einrichten – und ist stolz, dass sie in einem 500-jährigen Holzhaus im Toggenburg alle Möbel selber renoviert hat: Hummi Jeanmaire. «Ich dekoriere fürs Leben gerne», sagt die 57-Jährige. Sie ist die neue Zunftmutter der Lichtlöscher und hat kurzerhand schon ihr Zuhause und gleich auch das Restaurant Schwert in Immensee mit bunten Fasnachtssujets verschönert.

Während sie am Tisch sitzt, streicht Kater Shiraz um ihre Beine, im Aquarium schwimmen die Fische elegant ihre Runden. «Ich bin eine Tierfreundin. Wenn es nach mir ginge, hätte ich auch Hunde und Kühe», sagt Hummi Jeanmaire, die im Zürcher Oberland aufgewachsen ist. Doch so viele Tiere wären mit ihrem bewegten Leben nicht vereinbar. Jeanmaire arbeitet seit 34 Jahren für IBM, den amerikanischen IT- und Beratungsriesen. Dies seit über 20 Jahren in einer internationalen Funktion. «Ich denke sogar englisch», sagt sie. Für IBM hat Jeanmaire die Verkaufsadministration weltweit aufgebaut. Daneben ist sie für internationale Verträge zuständig. Auch ihre Liebesgeschichte begann bei der IBM. Philippe Jeanmaire arbeitete schon länger bei der Firma. «Eines Tages stand er in meinem Büro. Wir schauten uns in die Augen, und die Welt blieb einen Moment stehen. Es war Liebe auf den ersten Blick», erzählt sie.

Zwischenstation in Osteuropa

Die beiden waren sieben Jahre verlobt und sind mittlerweile seit 23 Jahren verheiratet. «Wir haben gemeinsam 50 Länder bereist und sind fünfmal umgezogen.» 1993 fanden sie eine Wohnung in Merlischachen und waren begeistert von der Gegend. «Philippe sagte zu mir: ‹Hier bringst du mich nur noch im Sarg raus.›» Hummi Jeanmaire lacht und betont, der gleiche Mann habe eineinhalb Jahre später gefragt: «Wollen wir nicht nach Wien zügeln und in Osteuropa arbeiten?» Gefragt, getan. Erst 1999 kamen sie zurück in die Schweiz. Seither ist Immensee ihr Lebensmittelpunkt. «Wir verliebten uns in dieses Dorf und in die Herzlichkeit der Leute. Hier sagt man sich noch Grüezi», sagt die 57-Jährige. Als Erstes gingen die Jeanmaires sofort an die Fasnacht. Es folgte ein grosses Engagement für das Dorfleben: Hummi Jeanmaire war zehn Jahre lang Präsidentin des Verkehrs- und Einwohnervereins Immensee, ist Mitglied des Jachtclubs und Kassiererin im Ruderclub. «Ich habe die Vorstände der anderen Vereine und viele Anwohner kennen gelernt. Diese Begegnungen zeigten mir, wie stark unser Dorf zusammenhalten kann.» Hummi Jeanmaire setzte sich mit anderen Immenseern auch für den Lärmschutz und die neue Badi ein. «Das schönste Erlebnis war für mich die Sammelaktion für die Bühne und die Küche der Mehrzweckhalle Immensee», sagt die neue Zunftmutter rückblickend. Sie habe damals einen Spendenbarometer aus Holz gebaut. «Er stieg jedes Wochenende an, bis wir 180000 Franken beisammen­hatten. Das muss man sich einmal vorstellen!», erzählt sie.

Und politisch? «Ich liebäugelte immer mit der CVP und der FDP. Seit kurzem bin ich Mitglied der FDP Küssnacht.» Besonders interessiert sich die Immen­seerin für die internationale Politik. «Mein Mann und ich sitzen immer sonntags zusammen. Wir veranstalten unser Politbüro und tauschen uns über die aktuellen Geschehnisse aus.»

«Mein Bruder gab mir diesen Kosenamen»

Aktuell widmet sich Hummi Jeanmaire jedoch mit Leib und Seele der Fasnacht. Sie sei überwältigt von der Sympathiewelle, die ihr die Lichtlöscher-Zunft und die Bevölkerung entgegenbrächten. «Die vielen Gratulationen zum Oberhaupt der Fasnacht haben mich sehr berührt.»

Nun freue sie sich auf die vielen Begegnungen während der fünften Jahreszeit. Eine Zeit, die zu ihr passe. Hummi Jeanmaire beschreibt sich selbst als einen Menschen, mit dem man viel lachen kann: «Ich nehme nicht alles ernst und lebe den Moment.» Da bleibt aber noch eine Frage: Woher kommt eigentlich der Vorname Hummi? «Mein Bruder gab mir als Kind diesen Kosenamen, abgeleitet von Hummel. Mein richtiger Vorname ist Gerlinde. Der steht aber nur noch im Pass.»

Edith Meyer

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Fasnachtsdaten für Immensee: Freitag, 9. Februar (Schülerumzug), Montag, 12. Februar (Sunnehofball), Güdeldienstag, 13. Februar (Tagwache und Jubiläumsumzug mit Kindermasken sowie Abschlusskonzert).

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