INGENBOHL: Zwangsferien für nicht geimpfte Schüler

Die Masern-­erkrankung einer Schülerin löst beim Theresianum in Ingenbohl ein spezielles Ereignis aus: Wer nicht geimpft ist, muss zu Hause bleiben.

Irene Infanger
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Für Schüler des Theresianums Immensee, die nicht gegen Masern geimpft sind, endet das Schuljahr bereits jetzt. (Archivbild Neue SZ)

Für Schüler des Theresianums Immensee, die nicht gegen Masern geimpft sind, endet das Schuljahr bereits jetzt. (Archivbild Neue SZ)

Nur noch zwei Wochen, dann beginnen für die Schülerinnen und Schüler des Kantons Schwyz die Sommerferien. Für einige endet das diesjährige Schuljahr sogar etwas früher als erwartet – wegen der Masern. So etwa beispielsweise am Theresianum Ingenbohl, wo vergangene Woche eine Schülerin an Masern erkrankte. In den letzten beiden Tagen wurden alle Schüler des Theris deshalb darum gebeten, ihre Impfausweise zu kontrollieren. Wer in seinem Impfausweis keine Bestätigung hat, dass er oder sie gegen Masern geimpft ist, musste nach Hause. «Diejenigen, die geimpft sind, können bleiben. Von Vorteil wäre natürlich die zweimalige Impfung, aber auch eine reicht schon», so Rektor Clemens Gehrig gestern. Wie viele Schüler bisher das Schuljahr frühzeitig abbrechen mussten, konnte Gehrig gestern nicht sagen. «Die ganze Sache ist erst jetzt richtig angelaufen. Ich muss in diesen Tagen nun den Schülerbestand neu aufnehmen, erst dann habe ich eine Übersicht», so der Rektor vom Theresianum.

Im Nachhinein herauszufinden, mit wem die Schülerin Kontakt hatte, ist sehr schwierig. «Man kann kaum eruieren, wer in der Ansteckungsphase Kontakt mit ihr hatte», so Gehrig. Deshalb würde man in Absprache mit dem kantonsärztlichen Dienst die Unterscheidung geimpft/nicht geimpft machen.

Steht Lager auf der Kippe?

Wer nicht geimpft ist, muss während 21 Tagen zu Hause bleiben. Denn: «Nach dem Kontakt mit einer erkrankten Person sollten Personen, die gegen Masern nicht immun sind, den Kontakt mit Ungeimpften vermeiden und während 21 Tagen zu Hause bleiben, um die Übertragung auf andere Personen zu verhindern», liess das Schwyzer Kantonale Departement des Innern verlauten. Da die Schulzeit in Schwyz nur noch zwei Wochen dauert, fällt also der Rest für einige Schüler aus. «Das ist eine verzwickte Sache. Im Moment laufen noch die Schlussprüfungen, und es sind noch Projekte und Lager geplant», erklärt Gehrig ruhig.

Für ihn wird in diesen Tagen deshalb entscheidend sein, wie viele von den im Moment 360 Schülern (30 haben bereits ihren Abschluss gemacht) am Ende noch da sind. «Dann entscheiden wir, ob und wann welcher Anlass stattfindet. Es ist im Moment also eine rollende Planung», betont Gehrig.

Könnte es sein, dass die Maturafeier vom kommenden Freitag deshalb abgesagt wird? «Im gröbsten Fall. Erst schauen wir aber, wie der Stand der Geimpften und nicht Geimpften ist», so Clemens Gehrig.

Schüler wieder im Unterricht

Die erkrankte Schülerin ist mittlerweile wieder im Unterricht zurück. Sie besucht seit Montag wieder die Schule. Eine Ansteckung geht von ihr nicht mehr aus. «Die Schülerin ist wieder ganz gesund, bei ihr ist alles vorbei», sagt Gehrig. Angst zu haben, dass der Rektor selbst ausfällt, muss man keine haben. «Ich bin geimpft», sagt Gehrig prompt. Zudem gehöre er zu jenen, die älter als Jahrgang 1964 sind und die meist die Masern schon durchgestanden haben. «Wenigstens falle ich dann nicht weg», fügt er schmunzelnd an.