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JAPANESENGESELLSCHAFT: Neuer Herrscher bei den Japanesen

In Schwyz eröffnete am Dreikönigstag die Japanesengesellschaft ihre Fasnacht 2009. An der Reichsversammlung wählten die Japanesen Christian Schnetzler aus Schwyz zum neuen Hesonusode, dem Herrscher dieser Fasnachtsgesellschaft.
Der Einzug der Japanesengesellschaft auf dem Hauptplatz. Im Hintergrund Hesonusode Markus Reichmuth. (Bilder Erhard Gick/Neue SZ)

Der Einzug der Japanesengesellschaft auf dem Hauptplatz. Im Hintergrund Hesonusode Markus Reichmuth. (Bilder Erhard Gick/Neue SZ)

Die Gesellschaft stimmte auch einem Antrag des Vorstands zu, im Jahr 2012 wieder ein Fasnachtsspiel aufzuführen. Das Organisationskomitee dazu soll in einem Jahr vorgestellt werden.

In Schwyz begann die Fasnacht 2009 am Dienstag im vollen Saal des Hotels Wysses Rössli. Viele heiter bis sehr heiter gestimmte Mitglieder der Japanesengesellschaft, Gäste aus anderen Fasnachtsgesellschaften und eine Anzahl ebenso gut aufgelegter Besucher erlebten die traditionelle Reichsversammlung.

Was bei dieser Versammlung an Fakten rausschaute, ist schnell erzählt: Die Japanesen beabsichtigen, 2012 wieder unter freiem Himmel ein Fasnachtsspiel aufzuführen. Nächstes Jahr soll dazu ein Organisationskomitee vorgestellt werden. Nach einem Jahr Amtszeit gab es zudem gestern den turnusgemässen Wechsel an der Spitze der Fasnachtsgesellschaft: Für Markus Reichmuth rückte der bisherige Vizepräsident Christian Schnetzler als neuer Hesonusode nach.

«Rössli»-Wirt Sepp Trütsch, der katholische Pfarrer Reto Müller und Pius Weber wurden als neue Mitglieder in die Gesellschaft aufgenommen. Melk Ulrich, der langjährige musikalische Leiter der Japanesen, ist zurückgetreten und wurde geehrt.

Nur noch Sprüche
Der Rest war Fasnacht. Der scheidende Hesonusode liess die ganze Versammlung mit Essstäbchen Nüsse essen, Kinder einen japanischen Tanz aufführen und vor allem die Zügel gleiten. Obwohl er anfangs eine straffe Versammlungsführung angekündigt und gemahnt hatte: «Das Schuhewerfen ist hier nicht erlaubt.»

Schuhe warfen die Versammlungsteilnehmer zwar keine, äusserten sich aber gewohnt fasnächtlich undiszipliniert. Kronrat Peter Steinegger betete der Versammlung sein «Gummel-Vaterunser» vor: «Ich glaube an einen Gummel, der geboren ist in der Erde ... » Aktuar Christian Stucki berichtete in seinem Jahresrückblick von einem «Haider, der besoffen war, wie ein Muotathaler nach dem Alpkäsemarkt».

Materialverwalter Stefan Schlegel berichtete über seinen Fundus. Was Musikus Melk Ulrich zur Frage veranlasste: «Sind dies alles deine Autos, die mit Findus angeschrieben sind?» Kassier Fredy Schuler kündigte ein Kursfeuerwerk an, wie es in der realen Wirtschaft schon lange nicht mehr vorkam.

Worauf die japanesischen Kronräte Wunderkerzen abbrannten – ein Feuerwerk eben. Simone Schenker berichtete über ihre Tätigkeit als Rechnungsprüferin: «Einem Bänkler über die Schulter zu schauen: welch ein Grauen.» Und alt Hesonusode Stephan Annen bat die Kronräte, doch vom Hochdeutschen ins Schwyzerdütsch zu wechseln. Er könne ja auch nicht Deutsch: «Beim Deutschsprechen mache ich immer Kommafehler.»

Hesonusode Markus Reichmuth (links) und Christian Schnetzler.

Japanese Benedikt Bingisser sei Grossvater geworden, wurde an der Versammlung berichtet. Und für Walter Contratto sollte mal ein Kirchenopfer für ein schöneres neues Japanesengewand aufgenommen werden.

Worauf der jeweils an den Japanesenspielen den «Jöretönel» spielende Hansruedi Schmidig sagte: «Es wäre besser, für das kleine Grosskind das Opfer aufzunehmen. Es konnte sich ja seinen Grossvater nicht auswählen.» Und bei der Aufnahme der neuen Mitglieder berichtete Hesonusode Markus Reichmuth über ein Abkommen: «Pfarrer Müller eröffnet keine Beiz, Sepp Trütsch dafür keine Kirche.»

Bert Schnüriger

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