Jetzt sind die Grundeigentümer gefordert

Die Pflanzenwelt gedeiht wieder dank den warmen Temperaturen. Auch solche Pflanzen, die unerwünscht sind. Der Kanton Schwyz greift deshalb durch.

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Die Goldrute ist ein solcher Neophyt, der bekämpft wird. (Bild: PD)

Die Goldrute ist ein solcher Neophyt, der bekämpft wird. (Bild: PD)

Fremdländische Pflanzen, so genannte Neophyten, sind mit ihrer prächtigen Blütenpracht oder als Sichtschutz in den Gärten beliebt. Finden diese Neophyten jedoch den Weg in die freie Natur, so können einige von ihnen zu einer Plage werden. Sie sind nicht an unsere einheimische Lebensgemeinschaft angepasst und können sich zum Teil enorm schnell vermehren und die natürlich vorkommenden Arten überwuchern und verdrängen. Zudem können sie die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden, Anlagen des Hochwasserschutzes zerstören oder einheimische Nutzpflanzen konkurrenzieren.

Dringender Handlungsbedarf

Anhand einer Erhebung in den Gemeinden Ingenbohl, Rothenthurm und Freienbach wurde der Neophytenbestand im Kanton Schwyz abgeschätzt. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Neophyten in einem Ausmass verbreitet sind, das sich noch bekämpfen lässt. Ein vollständiges Ausrotten ist jedoch kaum mehr möglich. Die Bekämpfung muss sich auf besonders sensible Gebiete, welche künftig frei von Neophyten sein sollen und gegen die weitere Verbreitung, konzentrieren.

Basierend auf der Erhebung wurde ein Konzept mit Prioritäten der erforderlichen Bekämpfungsmassnahmen, Verantwortlichkeiten und Kostenträger ausgearbeitet und den Gemeinden, Bezirken, grösseren Wuhrkorporationen, grösseren Allmeindkorporationen und Bahnen zur Stellungnahme abgegeben.

Anpassung gesetzlicher Regeln

Gemäss der Freisetzungsverordnung des Bundes ist der Umgang (Verkauf, Lagerung, Pflanzung) mit elf gebietsfremden Pflanzen (z. B. Riesenbärenklau, Ambrosia oder Amerikanische Goldrute) verboten. Die Einhaltung wird im Moment einzig über Information, Sensibilisierung und Goodwill der Öffentlichkeit erwartet. Für besonders grosse oder gefährliche Bestände kann der Kanton bereits heute mittels Verfügung eine Bekämpfung anordnen. Diese Situation muss – zum Wohl von Mensch und Natur – geändert werden. Nur eine konsequente Bekämpfung der invasiven Neophyten, vor allem im Ursprungsort – den Privatgärten – bringt wirklichen Nutzen. Diese Gesetzesänderung soll diesen Herbst in die Vernehmlassung bei den involvierten Behörden geschickt werden.

Grundeigentümer motivieren

Grundsätzlich haben es die Grundeigentümer in der Hand und in ihrer Verantwortung, die Neophyten auf ihrem Grund und Boden zu bekämpfen. Eine Arbeitsgruppe wird zukünftig die Koordination der Bekämpfung der Neophyten mit dem Bund, den Nachbarkantonen und den Gemeinden wahrnehmen. Im Rahmen einer Medienkampagne werden den Grundeigentümern und der Bevölkerung verschiedene Neophyten und deren Bekämpfung genauer vorgestellt. Praktikern aus Gemeinden, Bezirken und des Kantons wurde an einer Informationsveranstaltung der Einsatz einheimischer Pflanzen anstelle von Exoten erläutert. Im Sommer wird zudem ein Ausbildungskurs zur Bekämpfung der Neophyten angeboten.

Neophyten können nur erfolgreich bekämpft werden, wenn die Bestände bekannt sind. Diese Angaben, wie auch das Resultat der Massnahmen, werden künftig auf einem geografischen Informationssystem gespeichert und sind durch die Verantwortlichen einfach abrufbar. Das entsprechende Meldeformular und viele weitere Information zu den verschiedenen Arten und deren Bekämpfung sind unter www.sz.ch/neobioten zu finden.

pd/red