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«Jürgen Drews warnte mich vor Mallorca»

Silvia Kaufmann (48), Schlagersängerin
Schlagersängerin und Königin von Mallorca Silvia Kaufmann (48). (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Schlagersängerin und Königin von Mallorca Silvia Kaufmann (48). (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Silvia Kaufmann (48), die singende Bardame, verlässt Oberkirch. Vier Jahre führte sie dort ihre Schlagerbar. Nächstes Wochenende eröffnet sie eine neue Bar in Horw. Warum sie die Königin von Mallorca bleiben wird und was sie mit Deep Purple gemeinsam hat, erzählte sie uns kurz vor ihren Ferien.

Silvia Kaufmann, Sie müssen in Oberkirch das Feld räumen, gleichzeitig macht Ihnen eine andere Schlagersängerin den Königinnen-Titel auf Mallorca streitig. Stecken Sie in einer Krise?

Silvia Kaufmann: Überhaupt nicht. Dass die Zeit der Schlagerbar im «Hirschen» befristet ist, war von Beginn weg klar. Nun wird der Teil mit der Schlagerbar abgerissen. Ich freue mich jetzt auf meine neue Bar in Horw. Und den Titel Königin von Mallorca hat mir Jürgen Drews 2005 verliehen, den gebe ich noch nicht ab.

Die Sängerin Simona Luxxxus nennt sich schon Mallorca-Königin. Es gibt sicher angenehmere Aufgaben, als eine Krone zu verteidigen?

Kaufmann: Die Frau hat sich selber zur Königin ernannt. Sie hat angegeben, mit einem Lied eine Chartliste angeführt zu haben, was nicht stimmt.

Nicht gerade ein majestätischer Ausweis. Aber im Ernst, warum ist Ihnen dieser Titel so wichtig?

Kaufmann: In Mallorca kann man als Künstlerin fast nicht bestehen. Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal dort aufgetreten bin, warnte mich Jürgen Drews, dass ich damit rechnen müsse, vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen zu werden, dass man mich quasi ins Meer zurückwirft. Das passierte nicht. Ich war damals die einzige Frau, die sich durchsetzte.

So richtig ernst nehmen kann man den Titel trotzdem nicht.

Kaufmann: Ich schon, denn der hat mir tatsächlich viel gebracht. Ich habe mir deshalb den Namen Königin von Mallorca rechtlich sichern lassen. Ich besitze eine Urkunde.

Verdient man damit denn auch königlich?

Kaufmann: Jaaaa, schon. Ich profitierte viele Jahre davon. Von 2005 bis 2011 flog ich zwischen April und Ende Oktober jede Woche einmal für einen Auftritt nach Mallorca. Alles inklusive plus meine Gage.

Die Schlagerbar verlegen Sie nun nach Horw ins «Al Fresco». Eine Arbeitskollegin von mir war entsetzt, als sie dies erfuhr.

Kaufmann: Entsetzt? Warum denn?

Weil sie dort gerne in Ruhe Pizza isst. Wird sie künftig von einer singenden Pizzaiola bedient?

Kaufmann: Auf keinen Fall. Das Ristorante bleibt bestehen, wie es ist. Gesungen wird nur in der Bar.

Da wird die Kollegin erleichtert sein. Was wird in der Bar sonst abgehen?

Kaufmann: Mein Konzept bleibt dasselbe wie in Oberkirch. Ich singe und bediene gleichzeitig die Gäste. Manchmal gibt es Livemusik, und es hat Platz zum Tanzen. Wenn Ihre Kollegin also nach der Pizza etwas Bewegung braucht: Wir sind dort.

Ich werde es ausrichten. Sie haben 2009 rockige Töne angeschlagen. Mit Ihrem damaligen Freund, Jürgen R. Blackmore, dem Sohn des früheren Deep-Purple-Gitarristen Ritchie Blackmore, haben Sie das Lied «Du bist mein Rocker, mein kleiner süsser Schocker» aufgenommen. Eine einmalige Entgleisung?

Kaufmann: Eine Entgleisung kann es nicht gewesen sein. Inzwischen versuchen sich einige Schlagersänger in der Rockmusik.

Gerade wollte ich es sagen. Heino hat 2014 mit «Schwarz blüht der Enzian» ein richtiges Rock-Album herausgegeben. Kommt von Ihnen auch noch etwas in dieser Richtung?

Kaufmann: Jürgen Blackmore wollte, dass wir alle meine Lieder neu aufnehmen und er die Rockgitarre spielt. Als wir uns trennten, war das Projekt vorerst nicht mehr so wichtig. Aber wir werden voraussichtlich dieses Jahr zwei weitere Rocksongs aufnehmen.

Prima. Dann könnten Sie neu als Prinzessin der Dunkelheit eine Rockkarriere starten.

Kaufmann: Auf keinen Fall. Der Titel Königin von Mallorca ist mir nach wie vor wichtig. Wenn dies einmal nicht mehr der Fall ist, trete ich mit bürgerlichem Namen auf, aber sicher nicht als Prinzessin.

Wird man in Ihrer Schlagerbar auch Jürgen Drews antreffen?

Kaufmann: Im «Hirschen» war er auch schon. Sollte er am Tag der Eröffnung in Horw zufällig hier in der Nähe herumschwirren, kommt er sicher vorbei.

Sie sind seit viereinhalb Jahren Grossmutter. Singen Sie Ihre Enkel in den Schlaf?

Kaufmann: Ich habe leider zu wenig Zeit dafür. Aber einmal pro Woche hüte ich die Kleinen.

Was läuft in Mallorca?

Kaufmann: Mit der Jodlerin Monika Zemp, der Nichte des Jodlers Franz Stadelmann, habe ich das Jodel-Projekt «Swiss Ladys» in Angriff genommen. Bei meinen neuen Songs, «Caro Mio», den ein Surseer Taxifahrer geschrieben hat, und «Zwei rehbraune Augen», trete ich nur noch als Silvia Kaufmann auf.

Ja, was denn nun? Ist die Königin von Mallorca etwa doch tot?

Kaufmann: Nein. Meine Schlagerbar heisst «Königin von Mallorca», also trete ich dort auch als Königin auf. Die Bar muss ich jetzt aber zuerst ins Rollen bringen.

Na dann: Es lebe die Königin!

Interview Roger Rüegger

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