Jugend feiert den Besitz der Hohlen Gasse

Seit 75 Jahren ist die Hohle Gasse bei Küssnacht im Eigentum der Schweizer Schuljugend. Am Freitag wurde das Jubiläum am Ort, wo nach der Legende Wilhelm Tell den Landvogt Gessler erschossen hat, gefeiert. Über 200 Schulkinder reisten an den Fuss der Rigi.

Drucken
Teilen
Viel Publikum beim feierlichen Festakt vor der Kapelle. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)

Viel Publikum beim feierlichen Festakt vor der Kapelle. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)

In den 1930-er Jahren drohte die Hohle Gasse vom zunehmenden Verkehr regelrecht «überfahren» und zerstört zu werden. Sollte der historische Ort erhalten bleiben, musste eine Umfahrungsstrasse her. Der Kanton Schwyz, damals noch nicht finanzstark, konnte sich aber ein solches Projekt nicht leisten.

Da half die Schuljugend. Mit einer Postkarte machte sie auf die prekäre Situation der Gedenkstätte aufmerksam und brachte mit dem Verkauf (20 Rappen pro Postkarte) 103'000 Franken zusammen. Damit konnte die Umfahrungsstrasse realisiert werden. Seither ist die Schweizer Schuljugend Eigentümerin der Hohlen Gasse.

Kinder enthüllen den neuen Gedenkstein. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
25 Bilder
Beim Festakt mit Kindern aus der ganzen Schweiz. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Die Theatergruppe des Gymnasiums Immensee führt eine Szene zur Hohlen Gasse und deren heutiger Bedeutung auf. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Der höchste Schweizer, der Nationalratspräsident Hansjörg Walter, bei seiner Rede. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Primarschüler aus Immensee singen den selbst kompionierten Hohlgass-Song. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Kinder aus dem Kanton Jura treffen ein. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Schwyzer Landammann Walter Stählin, links, und Nationalratspräsident Hansjörg Walter. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Kinder enthüllen den neuen Gedenkstein. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Primarschüler aus Immensee singen den selbst kompionierten Hohlgass-Song. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Während der Feier bei der Kapelle. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Empfang der Kinder beim Schulhaus Ebnet. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Der höchste Schweizer, der Nationalratspräsident Hansjörg Walter, bei seiner Rede. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Regierungsrat Kaspar Michel, der Präsident Stiftung Hohle Gasse, Schwyzer Standesweibel Bruno Gwerder, Schwyzer Landammann Walter Stählin, Ehrendame, Nationalratspräsident Hansjörg Walter. Von links. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Der Schwyzer Standesweibel Bruno Gwerder, links, und der Schwyzer Landammann Walter Stählin. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Auch Kinder aus dem Bündnerland fanden den Weg zur Hohlen Gasse. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Die Basler Kinder bei der Ankunft. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Festakt bei der Tellskapelle: OK-Präsident Hans Grossrieder als Herold. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Kinder aus der ganzen Schweiz fanden den Weg nach Küssnacht. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Der Schwyzer Regierungsrat und Präsident der Stiftung Hohle Gasse, Kaspar Michel. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Die Theatergruppe des Gymnasiums Immensee führt eine Szene zur Hohlen Gasse und deren heutiger Bedeutung auf. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Die Schaffhauser Kinder bei der Ankunft. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Schwyzer Landammann Walter Stählin hört zu, wie seine Rede verlesen wird. Er kann dies wegen Heiserkeit nicht selber tun. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Nationalratspräsident Hansjörg Walter, rechts, und Landammann Walter Stählin. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Schulkinder aus der ganzen Schweiz treffen in der «Hohlen Gasse» aufeinander. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)
Staatsrätin Isabelle Chassot spricht zur Enthüllung eines neuen Gedenksteins. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)

Kinder enthüllen den neuen Gedenkstein. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)

Für die Jubiläumsfeier vom Freitag reisten über 200 Schulkinder an - vor allem aus der Deutschschweiz, aber auch aus dem Jura, Freiburg und dem Tessin. Auch wenn Tell eher dem Reich der Legende angehöre, so verbinde er doch, sagte Nationalratspräsident Hansjörg Walter (SVP/TG) laut Redetext zu den Schülern. Man kenne ihn in Genf ebenso wie in Rorschach, in Basel wie in Chiasso.

Zum nationalen Bewusstsein beigetragen

Auch für den Schwyzer Landammann Walter Stählin hat die Hohle Gasse wesentlich zur Bildung eines nationalen Bewusstseins beigetragen. Der 250 Meter lange Weg lade zur Reflexion über die grundsätzlichen Werte unseres Landes ein, sagte Stähelin. In einer Zeit individueller Selbstverwirklichung müsse er aber auch ein Ort sein, der wachrüttle aus der gesellschaftlicher Lethargie.

Nicht die historische Tat, sondern die Wirkung stehe bei der Hohlen Gasse in Mittelpunkt, erklärte Regierungsrat Kaspar Michel, Präsident der Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse, die den Ort für die Schuljugend treuhänderisch verwaltet. Die Hohle Gasse habe seit Jahrhunderten eine grosse Rolle in der eidgenössischen Erinnerungskultur gespielt.

Zum Abschluss der Feier enthüllte die Präsidentin der Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die Freiburger Staatsrätin Isabelle Chassot, zusammen mit den Schulkindern einen Gedenkstein. Das vom Bildhauer Daniel Anderhub geschaffene Denkmal soll an den Wert der Solidarität erinnern, denn die Rettung der Hohlen Gasse sei ein Akt der Solidarität gewesen, sagte sie.

sda