Justizstreit: Leitender Staatsanwalt geht in Pension

Im Kanton Schwyz schwelt seit langem ein Konflikt zwischen den Justizbehörden. Nun lässt sich Georg Boller, Leitender Staatsanwalt, per 1. Januar 2012 im Alter von 64 Jahren pensionieren.

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Georg Boller habe sich ohne Anerkennung irgendwelcher gegen ihn erhobener Vorwürfe zu diesem Schritt entschieden, teilte die Staatkanzlei am Freitag mit. Vor dem Hintergrund der laufenden Verfahren hätten der Regierungsrat und Boller vereinbart, dass keine weiteren Auskünfte erteilt würden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Seit Jahren kommt es im Kanton Schwyz zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Kantonsgericht zu Konflikten. Bereits 2009 stellte eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) fest, dass es zwischen den beiden Behörden Spannungen gebe und diese nicht genügend Verständnis für ihre unterschiedlichen Aufgaben hätten.

Als Reaktion auf einen erneuten Konflikt hatte der Regierungsrat als Aufsichtsbehörde der Staatsanwaltshaft im Juni den Leitenden Staatsanwalt von seien Führungsaufgaben entmachtet. Zudem kündigte er eine externe Untersuchung unter der Leitung des ehemaligen Tessiner FDP- Ständerats und Staatsanwalts Dick Marty an.

Boller begann seine Tätigkeit im Kanton Schwyz 1976 als Untersuchungsrichter. 1977 übernahm er die Leitung des kantonalen Verhöramtes, dem er seither vorstand. Der Regierungsrat wählte Boller auf den 1. Januar 2011 als Leiter der neu geschaffenen kantonalen Staatsanwaltschaft.

sda/bep