KANTON: Immer mehr Leute unterstützen den Leinenzwang

Dass der generelle Leinenzwang für Hunde im Kanton Schwyz einst gelockert werden könnte, rückt immer weiter in Ferne. Lediglich ein Drittel der Stimmbürger kann sich dies derzeit vorstellen.

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Trübe Aussichten für Hunde und ihre Halter: Die generelle Leinenpflicht ist im Kanton Schwyz breit abgestützt. (Bild: Archiv)

Trübe Aussichten für Hunde und ihre Halter: Die generelle Leinenpflicht ist im Kanton Schwyz breit abgestützt. (Bild: Archiv)

Daniel Koch

Das Verdikt ist unmissverständlich: Lediglich 33 Prozent der Schwyzer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger befürworten eine Lockerung des Leinenzwangs, welcher per Gesetz auf dem ganzen Kantonsgebiet gilt. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage unserer Zeitung durch die Firma publitest – mafo concept GmbH aus Zürich.

Damit bläst den Hundehaltern ein immer stärkerer Wind entgegen. Noch vor Jahresfrist wollten 44 Prozent der Befragten den Hundehaltern entgegenkommen. Insbesondere die Befragten im inneren Kantonsteil halten den Leinenzwang für adäquat. Genau zwei Drittel sprechen sich dafür aus. In Ausserschwyz sind es aber auch hohe 61 Prozent. Am geringsten ist die Zustimmung für eine Lockerung des Leinenzwangs bei den Personen ab 55 Jahren. 51 Prozent sind «klar dagegen», weitere 10 Prozent «eher dagegen».


Bundesgerichtsentscheid wäre neue Ausgangslage

Ähnlich klar war das Resultat auch im Kantonsrat. In der Juni-Session wurde eine Motion, die eine Lockerung des Leinenzwangs bewirken sollte, mit 70 zu 21 Stimmen nicht erheblich erklärt. Für René Baggenstos (FDP, Brunnen), der die Motion gemeinsam mit Raphael Ziegler (SVP, Schübelbach) und der auf die neue Legislatur zurückgetretenen Marianne Betschart-Kaelin (CVP, Ibach) eingereicht hat, ist die Sache nun vom Tisch: «Mit diesem Thema können wir im Schwyzer Kantonsrat nicht mehr kommen, das hat keine Chance.»

Lediglich falls einst ein Bundesgerichtsurteil zur Sache vorliegen sollte, könnte er sich vorstellen, erneut aktiv zu werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass es in der Schweiz zwar keine weiteren Kantone mit generellem Leinenzwang gibt. Es gibt aber einzelne Gemeinden, die den Leinenzwang zumindest in bestimmten Gebieten durchsetzen, weil der Kanton die Kompetenzen dafür delegiert hat. Dagegen könnten sich Hundebesitzer gerichtlich wehren und Einsprache erheben. Ein Entscheid des obersten Gerichts könnte dann wegweisenden Charakter haben.

Nicht alle haben Freude an Hunden

Für René Baggenstos ist das Schwyzer Gesetz nach wie vor unnötig. Zumal ein Vorteil nicht messbar sei. Tatsächlich musste die Regierung eingestehen, dass es nicht zu weniger Hundebissen kommt als anderswo. Kämpferisch gibt sich auch Raphael Ziegler nicht mehr: «Wir müssen den Entscheid akzeptieren, das ist die Politik.» Dass nicht alle Leute Freude an Hunden hätten, sei halt einfach so.

Nun habe man ein Gesetz, das faktisch gar nicht richtig umgesetzt werde. Tatsächlich werden Bussen fast nur in Naturschutzgebieten ausgesprochen. Anderswo können Hundehalter ihre Tiere meist unbehelligt ohne Leine herumtollen lassen. Ziegler ist überzeugt, dass dies in aller Regel funktioniert, wenn man den gesunden Menschenverstand walten lässt. Eine Änderung des Status quo hätte für ihn nur dann eine Chance, «wenn die Regierung gewillt wäre, ein geändertes Gesetz mit Hand und Fuss» vorzulegen. Dabei betont er, dass es
ihnen nie um eine Abschaffung, sondern lediglich um eine Lockerung des bestehenden Gesetzes gegangen sei.