Blauring Sursee
Der Lagersommer geht endlich los – so viel Planung steckt in zwei Wochen Ausnahmezustand

Tausende Kinder und Jugendliche aus der ganzen Zentralschweiz fahren ab heute ins Sommerlager. Doch die Vorbereitungen dafür laufen seit Monaten, wie das Beispiel des Blauring Sursee zeigt.

Lisa Zimmermann
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Die diesjährigen Sommerlager von Jungwacht, Blauring, Pfadis und anderen Organisationen stehen vor der Tür. Auch für den Blauring Sursee beginnt nach einer langen Vorbereitungszeit «endlich die schönste Zeit im Jahr», wie Scharleiterin Naemi Fischer sagt. Sie fügt an: «Wir freuen uns auf zwei unbeschwerte Wochen, in welchen Spiel, Spass und das Zusammensein an oberster Stelle stehen.»

«Jetzt gehts los!» Naemi, Mona, Mira, Noella (von links nach rechts) vom Blauring Sursee mit dem Gepäck, das nach Selma ins Sommerlager transportiert wird.

«Jetzt gehts los!» Naemi, Mona, Mira, Noella (von links nach rechts) vom Blauring Sursee mit dem Gepäck, das nach Selma ins Sommerlager transportiert wird.

Bild: Dominik Wunderli (Sursee, 8. Juli 2022)

Diesen Sommer geht es für 62 Kinder und Jugendliche sowie 28 Leiterinnen nach Selma, Graubünden. Ein kleines Dorf, welches nahe der Grenze vom Tessin liegt. Die zweitägige Anreise beginnt mit einer Tageswanderung und anschliessendem Biwakieren. Nach einer Nacht unter freiem Himmel soll die Truppe das Lagerhaus mit dem Zug erreichen.

Apropos Lagerhaus: «Eine passende Unterkunft zu finden, die den Budgetrahmen nicht sprengt und passend gelegen ist, stellt sich manchmal als Herausforderung dar», sagt Fischer. Deshalb buchen die Leiterinnen alle Lagerhäuser immer drei Jahre im Vo­r­aus. Bereits jetzt sind die Unterkünfte bis ins Jahr 2026 bestimmt.

Zwei Wochen lang schnuppern

Der Grundstein für das Sommerlager des Blauring Sursee wurde bereits im Januar gelegt. Dies mit der Festlegung des Motto «Jobvermittlung – Luna-Hana». Ein Thema zu finden, welches zu einer Altersklasse von acht bis 15 Jahren passe, sei herausfordernd, erzählt Fischer. Das diesjährige Motto ermöglicht jeden Tag einen spielerischen Einblick in die verschiedensten Berufsfelder. «Wir gestalten unser Lagerprogramm wie eine Schnupperwoche. Jeden Tag lernen die Kinder und Jugendlichen einen neuen Beruf kennen.» Am Ende des Lagers haben alle ein Vorstellungsgespräch bei den Lagerleiterinnen. Als krönender Abschluss können sich alle für ihren Traumjob entscheiden.

Auf dem Tagesprogramm, welches unter anderem Naemi Fischer organisiert hat, steht zum Beispiel die Vorstellung des Berufs Krankenpflegerin. Oder im sogenannten «Saniblock» lernen die Teilnehmerinnen, was bei Zeckenbissen, Verstauchungen, Schürfungen oder Verbrennungen zu tun ist. Für Bewegung wird an jenem Tag mit Völkerball gesorgt.

Das zeigt: Die zwei Lagerwochen sind eine intensive Zeit. «Manchmal müssen wir uns etwas entspannen und zurücklehnen», sagt die 22-jährige Surseerin. Dafür gibt's beim Blauring Sursee den «Beautynachmittag». Mit Yoga, selbst gemachten Gesichtsmasken und Peelings lassen es sich die Blauringmädchen «so richtig gut gehen».

Hohe Anforderungen an die Sommerlager

Das Erlernen von Fachwissen und sportliche Aktivitäten sind Vorschriften des Jugend+Sport (J+S) Sportförderungsprogramms. Der Bund unterstützt damit die Lager finanziell sowie mit Materialien wie Bällen, Stirnlampen oder Seilen. Der Blauring ist dankbar für diese Hilfe. Fischer sagt aber auch: «Die umfangreichen J+S-Kriterien zu erfüllen, ist bei der Lagerplanung die allergrösste Herausforderung.»

Neben der Unterstützung des J+S startete der Blauring Sursee zusätzlich einen Aufruf an die Familien der Lagerteilnehmerinnen. So stellen die Lagerleiterinnen sicher, dass beispielsweise genügend Wolldecken zur Verfügung stehen. Falls dann doch etwas vergessen gehe oder auf Material verzichtet werden müsse, sei es halb so schlimm, meint Fischer. Die Frage, auf was man im Lager hingegen nicht verzichten könne, beantwortete sie mit einem Schmunzeln: «Auf unsere Kinder natürlich, ohne die würde nichts laufen! Letztlich zählen die Freude und die Motivation – und das kann uns niemand wegnehmen.»