ESAF 2022
«Das ist ein Fehlentscheid» – Diese Fehlentscheidung kostet Pirmin Reichmuth den Schlussgang

Pirmin Reichmuth stand kurz vor dem Einzug in den Schlussgang am Esaf in Pratteln. Doch die Kampfrichter verweigerten dem Chamer im 7. Gang den Sieg. Schwingerkönig Jörg Abderhalden spricht von einem Fehlentscheid.

Tobias Hotz
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Quelle: SRF

Die Innerschweiz freut sich mit Joel Wicki über den Schwingerkönigstitel. Doch ärgern sich laut «Pilatus Today» manche Fans auch über einen Fehlentscheid zu Ungunsten von Pirmin Reichmuth. Der Zuger hätte sich mit einem Sieg im 7. Gang gegen den Berner Bernhard Kämpf für den Schlussgang qualifizieren können.

Nach wenigen Augenblicken des Kampfes jubelt die Innerschweizer Tribüne und auch der 27-jährige Physiotherapeut Reichmuth glaubt, dass er soeben beide Schulterblätter seines Kontrahenten ins Sägemehl gedrückt hat. Doch die Kampfrichter entscheiden: Kein Resultat. Wenige Sekunden später ist es Reichmuth, der im Sägemehl liegt. Der Schlussgang-Traum geplatzt.

Schwingerkönig spricht von Fehlentscheid

Fans des Zugers sehen darin einen Skandal und auch Schwingerkönig Jörg Abderhalden spricht auf SRF von einem Fehlentscheid: «Es heisst, beide Schultern müssen auf dem Boden sein, und wenn er (Kämpf) über beide Schultern weggedreht wird, ist das einfach ein Resultat.»

Auch sein Expertenkollege, Schwingerkönig Matthias Sempach, gibt Abderhalden recht. Königliche Unterstützung also für Pirmin Reichmuth, die leider nichts am Ausgang ändert, die Diskussion um einen Videoschiedsrichter im Schwingen aber nochmals anheizen wird.

Quelle: Pilatus Today

Auch Pirmin Reichmuth wird nach dem Gang deutlich: «Nach dem 7. Gang ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Ich habe hinter dem Zelt nur noch geweint.» Für ihn sei es ein klares Resultat gewesen. Reichmuth wirkte im Interview jedoch nicht verbittert oder hegte gar Groll gegen die Kampfrichter. «Vielleicht habe ich das Glück ein anderes Mal auf meiner Seite.»

Auch Wickis Schlussgang sorgt für Diskussionen

Neben dem Kampf von Pirmin Reichmuth, sorgt auch der Schlussgang für Diskussionen. Wickis Sieg hat einen Makel. TV-Bilder zeigen, dass Wicki bei seinem entscheidenden Wurf keinen Griff an Aeschbachers Zwilchhose hatte. Artikel 7a des Regelwerks hält fest, dass ein Kampf unterbrochen werden muss, wenn der angreifende Schwinger keinen Hosengriff hat.

Die Szene zeigt aber auch: Innerhalb einer Schwingerkarriere gleichen sich Ungerechtigkeiten häufig aus. Vor drei Jahren, als Joel Wicki den Schlussgang in Zug gegen Christian Stucki verlor, sahen viele den Sörenberger benachteiligt. Es wurde heftig darüber diskutiert, ob Wicki tatsächlich mit den geforderten zwei Dritteln seines Rückens im Sägemehl lag. Pirmin Reichmuth ist zu wünschen, dass auch sein Pech noch ausgeglichen wird.