Kommentar
Spitalplanung: Regierung muss in der Region Wolhusen Vertrauen zurückgewinnen

Der Luzerner Kantonsrat hat einer Motion zugestimmt, die ihm Mitsprache beim Leistungsangebot des neuen Spitals einräumt. Es ist ein wichtiger Schritt, um im Entlebuch und Hinterland die Gemüter zu beruhigen.

Reto Bieri
Reto Bieri
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Dass Wolhusen ein neues Spital braucht, ist unstrittig. Zwar liegt die Baubewilligung mittlerweile vor, doch das Projekt kommt nicht recht vom Fleck. Das hat insbesondere mit der massiven Kritik aus dem Entlebuch und dem Hinterland am vorgesehenen Leistungsabbau zu tun.

Zwar sind die Verantwortlichen zum Teil zurückgekrebst, doch der Schaden ist angerichtet, das Vertrauen zwischen Regierung, Spital und Bevölkerung beschädigt. Der Unmut führte unter anderem zu einem Vorstoss des Entlebucher Kantonsrats Bernhard Steiner, der das Leistungsangebot im Gesundheitsgesetz festschreiben will.

Gestern hat der Kantonsrat nun beschlossen, das Heft in die Hand zu nehmen. Eine Mehrheit hat einer Motion von SP und Mitte zugestimmt, die verlangt, das Leistungsangebot des Spitals Wolhusen künftig dem Kantonsrat zu unterbreiten. Die starre Festschreibung im Gesetz ist damit vom Tisch. Das ist vernünftig, denn der notwendige Gesetzgebungsprozess von bis zu drei Jahren hätte weitere wertvolle Zeit gekostet. Zudem muss in Zeiten stetig steigender Krankenkassenprämien die Planung so flexibel wie möglich bleiben.

Dass das Parlament nun mitreden kann, ist ein erster, wichtiger Schritt, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Es ist auch Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Regierung und Spitalverantwortliche – nämlich mehr Rücksicht zu nehmen auf die Befindlichkeiten in der Region Wolhusen.

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