KANTON SCHWYZ: Bürgerliche sind gegen Ausgehverbot

Die CVP fordert im Kanton Schwyz eine Ausgangssperre für Jugendliche. Initiant Beat Keller glaubt an seine Idee – auch wenn er wenig Support erhält.

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Die Bar: Ein Ort nur für Erwach­se­ne? (Bild Xenia Häberli/Neue LZ)

Die Bar: Ein Ort nur für Erwach­se­ne? (Bild Xenia Häberli/Neue LZ)

«Ich will wachrütteln», sagt Beat Keller (CVP, Altendorf) zu seinem Vorstoss im Schwyzer Kantonsrat für eine Ausgangssperre für Jugendliche. 

«In Altendorf haben wir an öffentlichen Einrichtungen jährlich über 100 000 Franken Sachschaden wegen Vandalismus», sagt Keller. Der Landwirt sitzt auch für die CVP im Altendorfer Gemeinderat. «Gewisse Eltern nehmen ihre Aufsichtspflicht einfach nicht wahr – das ist mir zuwider. Mit einer Ausgangssperre könnten wir die Eltern in die Pflicht nehmen.»

Wie genau die Ausgangssperre definiert sein soll, lässt Keller offen. «Ich möchte, dass die Details ausdiskutiert werden: Zum Beispiel welche Ausnahmen man berücksichtigen muss oder um welche Zeit die Ausgangssperre beginnen soll.»

Das Beispiel Ins
Als Beispiel führt Beat Keller in seinem Postulat die Berner Gemeinde Ins an. Dort dürfen sich Schulpflichtige zwischen 23 und 6 Uhr nur in Begleitung von Eltern oder berechtigten Aufsichtspersonen im öffentlichen Raum aufhalten. Ausnahmen gibt es beispielsweise für den Heimweg vom Kino oder einer Sportveranstaltung.

Auch andere Schweizer Gemeinden kennen bereits Ausgangssperren. So zum Beispiel die Stadt Biel BE, Zurzach AG, Kerzers FR oder Interlaken BE. Dort werden unter 16-jährige Jugendliche nach 22 Uhr von der Polizei kontrolliert, wenn sie sich ohne Begleitung Erwachsener in der Öffentlichkeit aufhalten. Das Gesetz wirke präventiv, sagt Schulamtsleiterin Esther Gabi. «Mittlerweile ist es eigentlich kein Gesprächsthema mehr», stellt sie fest.

«Freiheit geht vor»

 Bei der Schwyzer SVP stösst Kellers Postulat «grossmehrheitlich auf Ablehnung», sagt Fraktionschef René Bünter (Lachen). «Der Ansatz ist löblich, aber wir glauben, dass er das Problem nicht löst.» Bei Jugendlichen, die nachts noch auf der Strasse unterwegs seien, dürfte das Problem im Elternhaus zu finden sein, glaubt Bünter. «Denen ist das egal. Dann bringt es auch nicht viel, wenn die Polizei ihnen die Kinder zurückbringt.»

Cyril Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.