KANTON SCHWYZ: Eltern schauen den Lehrern auf die Finger

Dass Eltern ihren Kindern das Beste wünschen, scheint normal. Dass sie dafür Druck aufsetzen nicht.

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Eltern versuchen heute vermehrt, persönliche Anliegen an der Schule durchzusetzen.(Karikatur Jals)

Eltern versuchen heute vermehrt, persönliche Anliegen an der Schule durchzusetzen.(Karikatur Jals)

Der Leistungsdruck in der Gesellschaft wird immer grösser. Eine gute Ausbildung zu haben, ist heute unumgänglich. Deshalb ist es vielen Eltern zu Recht wichtig, dass ihre Kinder eine gute Schulbildung bekommen. Laut eines Artikels der «NZZ am Sonntag» gebe es aber Erziehungsberechtigte, die persönliche Anliegen bei den Schulen zu vehement durchsetzen wollen.

Eltern drohen mehr mit Anwälten
Markus Probst, Amtsleiter für Volksschulen und Sport des Kantons Schwyz, «merkt wenig davon» und kann dies aus kantonaler Sicht nicht bestätigen.

Kurt Sidler, Schulleiter der Bezirksschulen Küssnacht, hat andere Erfahrungen gemacht, vor allem wenn es um Einstufungen, Lehrer- oder Schulhauswahl geht: «Ich habe festgestellt, dass heute Eltern mehr mit Anwälten drohen.» Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Eltern nicht wissen, wo ihre Grenzen liegen. «Keinesfalls auf der didaktischen Ebene», wie Sidler mitteilt. Vor allem hätten diese Schreiben der Anwälte rechtlich kaum Chancen.

Informationen und Umfragen an die Eltern
Hans-Werner Janser, Schulleiter der MPS Ingenbohl-Brunnen, meint, dass sich die Problematik nur verschärft, wenn Anwälte eingeschaltet werden. «Ich finde es aber legitim, dass sich Eltern einsetzen und sich aktiv mit der Schule auseinandersetzen», so Janser. Immerhin seien Erziehungsberechtigte sogar gesetzlich verpflichtet, mit der Schule zusammenzuarbeiten. Eltern werden deshalb auch regelmässig von der Schule informiert. Zusätzlich werden Umfragen von Zeit zu Zeit an Eltern und Schüler versandt, um mehr Rückmeldungen zu erhalten.

Paul Stalder, Leiter der Gemeindeschule Schwyz, scheint es zeitgemäss, mehr zu hinterfragen. Die Gesellschaft sei nicht mehr so konservativ, sondern offener. Dies sei auch auf die Schule zutreffend. «Grundsätzlich gehen Eltern heute häufiger mit Anliegen und Forderungen auf die Schule zu», lautet Stalders Erkenntnis.

Irene Infanger

Den ausführlichen Artikle lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.