KANTON SCHWYZ: Entlastungen für Familien und Vereine

Der Regierungsrat hat den Entwurf für eine Teilrevision des Steuergesetzes zuhanden des Kantonsrats verabschiedet. Mit einer attraktiven Unternehmensbesteuerung reagiert der Regierungsrat auf die Finanzmarktkrise.

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Familien können im Kanton Schwyz künftig 500 Franken mehr pro minderjährigem Kind abziehen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Familien können im Kanton Schwyz künftig 500 Franken mehr pro minderjährigem Kind abziehen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Im April hat der Regierungsrat den Entwurf zu einer Teilrevision des Steuergesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Es handelt sich um die zweite grosse Teilrevision des Steuergesetzes vom 9. Februar 2000. Die Vernehmlassungsvorlage enthielt im Wesentlichen die Nachführung von Bundesrecht, die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform II, eine markante Absenkung des Gewinnsteuersatzes für die juristischen Personen, eine Sozialentlastung für untere und mittlere Einkommen auf dem kantonalen Einkommenssteueranteil sowie einen teilweisen Ausgleich der seit 2001 aufgelaufenen kalten Progression.

Aufgrund der Finanzmarktkrise, der sich verschlechternden Konjunktur und dem Bestreben, den Finanzhaushalt mittelfristig ausgeglichen zu gestalten, können nicht alle ursprünglich ins Auge gefassten Zielsetzungen realisiert werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Schwyz. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat deshalb eine Reduktion des Gewinnsteuersatzes bei den juristischen Personen auf 2,25 Prozent der einfachen Steuer und eine Anrechnung der Gewinnsteuer an die Kapitalsteuer. Damit werden die heute bereits steuergünstigen Gemeinden im Kanton international eine Spitzenposition einnehmen können, heisst es weiter. Auch den übrigen Gemeinden könnten so für Unternehmen ein äusserst attraktives Steuerumfeld zu bieten.

Die kritisierte Sozialentlastung kommt nicht
Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat auch Entlastungen bei den natürlichen Personen. Der Abzug für jedes minderjährige Kind soll von 7500 auf 8000 Franken sowie derjenige für volljährige Kinder in Ausbildung von 9500 auf 10'000 Franken erhöht werden. Für Vereine werde die Freigrenze bei der Gewinnsteuer auf 20'000 Franken und bei der Kapitalsteuer auf 300'000 Franken angehoben. Auf die kritisierte Sozialentlastung und den Ausgleich der kalten Progression wird laut Mitteilung verzichtet.

Der Regierungsrat rechnet mit Mindereinnahmen für alle Gemeinwesen von rund 58 Millionen Franken. Davon entfallen rund 25 Millionen auf den Kanton, der einen gezielten Abbau seines Eigenkapitals und einen Einsatz des Erlöses aus den Goldreserven der Nationalbank zum langfristigen Vorteil der gesamten Bevölkerung vorsieht.

ana