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KANTON SCHWYZ: Feuerwehrleute kämpfen gegen Brände, Wasser und Lügen

Schwyzer Feuerwehrleute haben Sorgen. Ihre Anweisungen werden nicht befolgt, sie werden angelogen oder unflätig beschimpft.
Jürg Auf der Maur
Feuerwehreinsatz nach dem schweren Unwetter im Muotathal vom 25. Juni (Bild Werner Schelbert)

Feuerwehreinsatz nach dem schweren Unwetter im Muotathal vom 25. Juni (Bild Werner Schelbert)

Die Feuerwehrleute müssen im Kanton Schwyz längst nicht nur gegen Feuer und Wasser ankämpfen, sondern auch gegen Unverständnis in der Bevölkerung, Schimpftiraden oder Nichtbefolgen von Anweisungen und Verkehrsregelungen. Dies bestätigt Michael Schwegler, Präsident des Schwyzer Feuerwehrverbandes: «In den letzten Jahren haben solche Vorfälle immer mehr zugenommen – leider.» Konkret heisst dies, dass es heute auch im Kanton Schwyz nicht mehr reicht, wenn bei einem Brandplatz eine Verkehrstafel aufgestellt und die Autos und Motorfahrzeuge auf eine Ausweichroute geleitet werden. «Wir müssen die Sperre oder Umleitung jeweils auch bewachen», sagt Schwegler. Ohne mindestens einen Mann neben der Tafel, der erklärt und Verkehrsteilnehmer und Passanten um Verständnis bittet, gehe es nicht mehr.

«Eine negative Zeiterscheinung»

Für die Feuerwehr hat das Folgen: «Wir brauchen zusätzliches Personal, weil wir mit solchen Aufgaben Leute blockieren, die wir beim Einsatz an einem anderen Ort nicht abrufen können.» Immerhin: Gemäss Schwegler ist das Ganze im Moment «noch handelbar», auch wenn die Arbeit der Schwyzer Feuerwehren insgesamt unnötig erschwert werde. Über die Gründe dieser lästigen Nebenerscheinung kann der Verbandspräsident nur rätseln. «Die Leute haben mehr Stress, oder sie sind unter Zeitdruck.» Letztlich sei es offenbar einfach eine «negative Zeiterscheinung».

Enttäuschung in Muotathal

Dass bei einzelnen Ereignissen offenbar auch die Grenzen des «Handelbaren» ab und zu überschritten werden, zeigt die Tragödie in Muotathal nach dem heftigen Gewitter vom 24. Juni. Damals standen die Muotathaler Feuerwehrmänner im Dauereinsatz, weil nicht nur Keller überschwemmt wurden, sondern auch die Suche nach dem Insassen eines weggeschwemmten Autos auf Hochtouren lief. Nach dem 67-jährigen Mann wurde in der Muota und im Mündungsgebiet des Vierwaldstättersees mehrere Tage lang gesucht, auch mit Helikoptern und Tauchern. Die Suche wurde mittlerweile eingestellt.«Viele Fragen und nicht immer freundliche Worte aus der Bevölkerung sind Grund genug, den Einsatz aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten», schreibt jetzt Kommandant Edgar Betschart im Infoblatt der Gemeinde Muotathal. Je länger der Einsatz gedauert habe, desto mehr habe die Feuerwehr damals «die Akzeptanz, den Respekt und das Verständnis diverser Leute» vermisst, hält Edgar Betschart unmissverständlich fest.

Ein Feuerwehreinsatz werde schwierig, «wenn man brandschwarz angelogen wird, mutwillig die Sperren umgangen und die Abschrankungen einfach weggeräumt werden», ärgert sich Betschart. Alle in den Rettungsorganisationen machten ihren Dienst freiwillig. Er warnt denn auch vor den Auswirkungen: «So manch einer, der an diesen Tagen im Einsatz war – egal, in welcher Position –, hinterfragt seine Pflicht, wenn er nur als Schwarzer Peter dargestellt wird.»

Jürg auf der Maur

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