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KANTON SCHWYZ: Flechtenkartierung zeigt schlechte Luftqualität

Im Raum Ausserschwyz Ost wurde im Jahr 2004 eine Flechtenkartierung durchgeführt. Zehn Jahre später erfolgte nun deren Verifikation – mit einem wenig erfreulichen Ergebnis.
Flechten geben Aufschluss über die Luftbelastung. (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Flechten geben Aufschluss über die Luftbelastung. (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Ist die Luft sauber, geht es den Flechten gut. Die Gesundheit der Flechten ist also unmittelbar von der Luftqualität abhängig. Nachdem vor zehn Jahren die Flechten im Raum Ausserschwyz Ost kartiert wurden, erfolgte nun zehn Jahre später eine Überprüfung. Einbezogen wurden 164 Bäume auf einer Fläche von 26 Quadratkilometern, wie der Kanton Schwyz mitteilte.

Für die Auswertung sind die Flechtenarten und deren Anzahl ausschlaggebend. Rückschlüsse auf die Luftbelastung können dabei mittels Indikator-Arten gemacht werden. Es gibt Flechten, die tolerant und andere, die sehr sensibel auf Stickstoff reagieren. Der Stickstoff selber kann aus verschiedenen Quellen stammen und hat entsprechend unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen. Beispielsweise sind dies Stickstoff (NO2) und Schwefeldioxid (SO2) aus Verkehr und Industrie sowie Ammoniak (NH3) aus der Landwirtschaft.

Luftbelastung weitet sich aus

Trotz der Reduktion von Schadstoffemmissionen aus Verbrennungen können sich wegen der zunehmenden Nährstoffversorgung nur noch sehr tolerante Flechtenarten durchsetzen. Dies äussert sich in Regionen mit nur noch sehr wenigen Flechten und spiegelt eine kritische, respektive starke Luftbelastung wieder (rote und orange Zonen auf der Karte). Die Zone mit starker Luftbelastung auf Kosten von Zonen mit mittlerer bis geringer Luftbelastung breitete sich im Vergleich zur Untersuchung vor neuen Jahren aus. Bereits wurden ähnliche Ergebnisse bei den Kartierungen von Ausserschwyz West 2009 und Innerschwyz 2008 festgestellt. Dies sei mehrheitlich auf die hohen Ammoniak-Emmissionen durch falsches Ausbringen der Gülle zurückzuführen, schreibt der Kanton weiter.

Luftgütekarte von 2004. (Bild: pd)

Luftgütekarte von 2004. (Bild: pd)

Luftgütekarte von 2013. (Bild: pd)

Luftgütekarte von 2013. (Bild: pd)

pd/chg

Stickstoff aus Verbrennungen

Verkehr und Industrie emittieren Stickstoff- (NO2) und Schwefeldioxid (SO2), welche sich auf die Umgebung auswirken. Gewisse Flechten verschwinden, während andere Flechten gute Wachstumsbedingungen vorfinden. Die Reduktionsbemühungen der vergangenen Jahre – Katalysatoren, entschwefelter Brennstoff sowie eine regelmässige Kontrolle der Feuerungsanlagen – wirken sich auf die Stickstoffund Schwefeldioxidkonzentrationen aus. Die Umgebung ist diesbezüglich weniger belastet und würde wieder Nährboden für mehr Flechtenarten bieten.

Stickstoff aus der Landwirtschaft

Ammoniak (NH3) ist ein sehr potentes Düngemittel und findet sich hauptsächlich in der Gülle. Durch traditionelle Ausbringungstechniken, wie beispielsweise das bekannte Druckfass mit dem Prallteller, geht jedoch viel vom Dünge-Ammoniak in die Luft statt in den Boden. Dies fördert Baumarten mit einem spezifischen Säuregrad, der nicht für alle Flechten geeignet ist. Für Flechten bedeutet dies eine weitere Verschiebung des Artenspektrums durch veränderte Lebensgrundlagen.

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