KANTON SCHWYZ: Hoch-Ybrig will Universiade 2021 retten

Nach dem Rückzug des Skigebiets Stoos bietet sich nun eine neue Region als Austrager der Skiwettbewerbe an.
Jürg Auf der Maur
Hoch Ybrig im Winter. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Hoch Ybrig im Winter. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

1,5 Millionen Franken in die Organisation bezahlen und nicht profitieren? Der Schock sass tief, als diese Woche bekannt wurde, dass das Skigebiet Stoos als Austragungsort der alpinen Wettbewerbe der Universiade 2021 das Handtuch werfen musste. Weil auch die Langlaufwettbewerbe wegen der ­unsicheren Schnee­lage nicht in Einsiedeln durchgeführt werden sollen, droht nun genau das: Schwyz zahlt an die grosse Studentensportveranstaltung, hat aber nichts davon.

So weit soll es nicht kommen. In einem Schreiben an die Organisatoren der Universiade, aber auch an seine Ratskollegen sowie die Regierungsmitglieder aus dem Kanton Schwyz, warnt SVP-Nationalrat Marcel Dettling eindringlich vor diesem Szenario und droht gar mit seinem Rücktritt aus dem Patronatskomitee, sollte der Kanton Schwyz in der Tat leer ausgehen (siehe Kasten).

Hoch-Ybrig müsste weniger als der Stoos investieren

Möglicherweise springt nun das Skigebiet Hoch-Ybrig für den Stoos in die Bresche. «Wir haben uns bereits früher als Austragungsort für die alpinen Wettbewerbe beworben, kamen aber nicht in die Kränze», sagt Urs Keller, Mitglied der Geschäfts­leitung der Hoch-Ybrig AG. Das heisst aber nicht, dass die Hoch-Ybrig AG deshalb einfach schmollen will. Im Gegenteil. «Wir sind bereit, die Wettkämpfe bei uns durchzuführen.»

Zwar weiss er nicht exakt, wie die Richtlinien für die Durchführung dieses Grossanlasses aus­sehen. Aber die Probleme, wie sie auf dem Stoos existierten, bestünden auf dem Hoch-Ybrig sicher nicht, glaubt Urs Keller: Dort hätte rund 1 Million Franken investiert werden müssen – für eine zweite, beschneibare Ausweichpiste. Im Hoch-Ybrig dagegen gibt es bereits zwei beglaubigte FIS-Pisten. Keller: «Auch ohne exakte Kenntnis der Richtlinien: Wir müssen sicher nicht 1 Million Franken investieren.»

Entsprechend freut er sich, dass seitens des Winterolympiade-Komitees in Luzern bereits mit dem Hoch-Ybrig Kontakt aufgenommen worden sei. «Es geht um Schwyz, nicht ums Hoch-Ybrig», stellt Keller klar. Der Kanton solle Austragungsort eines Wettbewerbs sein. Genau das ist auch die Absicht von Urs Hunkeler, dem Geschäftsführer der Winteruniversiade Luzern: «Mindestens ein Sportwettbewerb sollte auf dem Territorium des Kantons Schwyz stattfinden.»

Jürg auf der Maur

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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