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KANTON SCHWYZ: Vollgeld-Reform keine Lösung für Finanzprobleme

Bei einer Umstellung der Bankwelt auf das Vollgeld-System versprechen sich die Verfechter Milliarden-Gewinne für Bund und Kantone. Die Schwyzer Regierung hält indes wenig von der Idee. Ob eine Umkremplung dem Staat überhaupt Geld einbringen würde, sei offen.
Die Vollgeld-Initiative verlangt, dass nur «richtiges» Geld auch als Kredit wieder vergeben werden darf. Die Volksinitiative wird derzeit der Vorprüfung unterzogen. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)

Die Vollgeld-Initiative verlangt, dass nur «richtiges» Geld auch als Kredit wieder vergeben werden darf. Die Volksinitiative wird derzeit der Vorprüfung unterzogen. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)

Die Vollgeld-Idee will erreichen, dass Geschäftsbanken nicht mehr die Geldmenge vermehren können, indem sie elektronisch Kredite vergeben, denen keine direkte Einzahlung in «Zentralbank-Geld» entspricht. Sie sollen nur «richtige» Einlagen - also Spargelder - ausleihen können. Die Geldschöpfung soll der Nationalbank vorbehalten bleiben.

Die Idee wurde von renommierten Ökonomen in den USA währen der Depression der 1930-er Jahren entwickelt. Noch kein Land hat das Vollgeld-System basierend auf Notenbankgeld bisher umgesetzt.

Der Verein für Monetäre Modernisierung (MoMo) will dem Vollgeld in der Schweiz mit einer Volksinitiative zum Durchbruch verhelfen. MoMo hat gemäss eigenen Angaben vor, im Mai 2014 mit der Unterschriftensammlung zu starten. Derzeit prüft die Bundeskanzlei das Begehren.

Die Regierung des von einem 141-Millionen-Defizit geplagten Kantons Schwyz sieht keine Notwendigkeit für eine Reform des Geldsystems in Richtung Vollgeld. Dies schreibt sie in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsparlament von Leo Camenzind (SP).

Ungewisse Auswirkungen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kontrolliere entgegen der Ansichten der Initianten nach wie vor die breiten Geldmengen, heisst es in der Antwort. Mit der Anpassung des Referenzzinssatzes steuere sie die Schöpfung von Geld und Krediten durch Geschäftsbanken.

Die Vollgeld-Reform würde zwar dazu führen, dass Gewinne aus der Geldschöpfung vollumfänglich der Zentralbank respektive dem Staat zufielen, hält der Regierungsrat fest. Die Gewinne könnten jedoch durch die noch unbekannten Kosten aufgrund der Kontoführung und des Zahlungsverkehrs deutlich geschmälert werden.

Bei der Einführung von Vollgeld würde es sich um einen fundamentalen Umbau des Geldsystems handeln, schreibt der Schwyzer Regierungsrat weiter. Erfahrungswerte würden fehlen. Es sei wegen fehlender Eckwerte und offener Formulierungen offen, wie hoch allfällige Gewinne für den Staat bei einer Systemumstellung sowie bei Geldschöpfungen ausfallen würden. (sda)

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