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Kantone zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub: «Schlecht für KMU», «hohe Kosten», «Sache der Familien»

In der Zentralschweiz fällt ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub durch. Nur die Regierungsräte von Uri und Luzern unterstützen diesen Vorschlag, die restlichen vier sind dagegen.
Christian Glaus

Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub für alle: Dies sieht ein Vorschlag der ständerätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit zur Diskussion vor. Dazu konnten die Kantone Stellung nehmen, nun ist die Vernehmlassung abgeschlossen. Die Antworten zeigen: Nur Uri und Luzern begrüssen diesen Vorschlag.

Die sechs Zentralschweizer Kantone kennen für ihre Verwaltungsangestellten unterschiedliche Regelungen. Einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub gibt es allerdings noch nicht, wie die Tabelle zeigt:

Zug, Schwyz, Ob- und Nidwalden lehnen einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ab, wie sie in ihren Vernehmlassungsantworten schreiben. Der Kanton Schwyz rückt die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in den Fokus. Diese könnten «nicht gleich behandelt werden wie Grosskonzerne», schreibt Landammann Kaspar Michel (FDP). Die Unternehmen müssten einen unterschiedlich langen Vaterschaftsurlaub anbieten können. «Dafür braucht es keine neuen Gesetze.»

Ebenfalls mit den KMU argumentiert die Obwaldner Regierung. Zudem würden die öffentlichen Finanzen zu stark belastet. Dennoch soll es nicht bei einem einzigen freien Tag für frischgebackene Väter bleiben, wie Landammann Christoph Amstad (CVP) schreibt: «Unserer Meinung nach sollte das System Elternzeit gezielter geprüft und weiterentwickelt werden.» Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub könne «die Bedürfnisse einer aktuellen und künftigen partnerschaftlichen Rollenteilung in Familien» nicht zufriedenstellen.

Der Zuger Landammann Stephan Schleiss (SVP) schreibt in seiner Stellungnahme: «Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub ist abzulehnen und an die familiäre Eigenverantwortung zu delegieren.» Der Vorschlag der Kommission helfe nicht, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wesentlich zu verbessern. «Allenfalls könnte die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs die Rollenteilung zusätzlich zementieren und fortschrittliche Lösungen – beispielsweise eine Elternzeit – verunmöglichen.» Eine solche Elternzeit würde die Zuger Regierung denn auch dem Vaterschaftsurlaub vorziehen.

Die Nidwaldner Regierung kritisiert, dass der Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert werden soll. Damit würde «im Hochlohnland Schweiz erneut der Faktor Arbeit zusätzlich belastet». Ausserdem schreibt Landammann Res Schmid (SVP), dass viele Unternehmen bereits grosszügigere Lösungen kennen würden.

Die Initiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub wurde von den Dachverbänden der Arbeitnehmer sowie der Männer-, Frauen- und Familienorganisationen lanciert. Daniel Bekcic, Leiter Politik und Medien beim Männer-Dachverband männer.ch, bezeichnet den Gegenvorschlag wenig überraschend als unzureichend. Mit Blick auf die Stellungnahme des Kantons Luzern sagt er: «Dass man sich mit fünf Tagen Vaterschaftsurlaub als familienfreundlich bezeichnet, ist doch etwas kühn und sagt viel über die unbefriedigende Situation in der Schweiz aus.»

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