Ballsportlegende «Aschi» tritt künftig kürzer

Sein kleiner, vollgestopfter Sportladen an der Pfistergasse ist stadtbekannt. Der Name bleibt, aber Peter Aschwanden (65) hat «Aschi-Sport» verkauft.

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Peter Aschwanden und seine Frau Christin führten das Sportgeschäft 33 Jahre lang. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Peter Aschwanden und seine Frau Christin führten das Sportgeschäft 33 Jahre lang. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Pfistergasse 15, 6000 Luzern 6. Seit nunmehr 33 Jahren steht an dieser Adresse der Laden «Aschi-Sport». Wohl jeder, der einigermassen seriös eine Ballsport- oder Racket-Disziplin betreibt oder betrieb, kennt das Sportgeschäft. Zumindest vom Hörensagen. Und man kennt auch dessen Besitzer. Den gutmütigen, freundlichen Peter «Aschi» Aschwanden. 65-jährig, ausgebildeter Kaufmann, «gelernter» Handballer, Fussballschiedsrichter während 37 Jahren bis in die höchsten Ligen, dreimal gewählter Grossrat für die Liberalen - «und dies, ohne auch nur eine einzige Wahlwerbung gedruckt zu haben. Meine Politkarriere war eher ein Zufall.» Vor allem unter Ballsportlern ist «Aschi» fast schon eine legendäre Figur.

«E chli en Pufflade»

Im Ladeninnern von «Aschi-Sport» sieht es ein bisschen aus wie vor Jahr und Tag. Die Räume sind klein, die Regale bis obenhin vollgestopft. «E chli en Pufflade, gäll», sagt «Aschi» und lacht. Doch mit «Puff» ist bald Schluss. Peter Aschwanden hat sein Sportgeschäft verkauft, aus Altersgründen. Ab Februar 2011 ist Urs Dickerhof, Emmer Gemeinderat, SVP-Regierungsratskandidat und Präsident des Innerschweizer Fussballverbandes, neuer Ladenbesitzer (siehe Kasten). Der Name «Aschi-Sport» bleibt indes bestehen. «Das war mir ein grosses Anliegen», sagt Aschwanden.

Für die Geschäftsübernahme gab es mehrere Interessenten. Angesichts der Tatsache, dass im Sportartikelverkauf heute grosse Ketten oder Grossisten wie Migros und Manor marktbestimmend sind, ist das einigermassen bemerkenswert. Man könne heute als kleiner Player nur noch mitmischen, wenn man sich spezialisiere, sagt Aschwanden. In seinem Fall sind das Sportarten wie Fussball oder Handball, Tennis und Ski. «Aschi» hat für Vereine immer ein offenes Ohr, engagiert sich als Donator, Funktionär oder mit Aktionswochen.

«Manchmal nur Lehrlinge da»

«Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass der Laden bis heute überlebt hat», sagt er. Und fügt in aller Bescheidenheit das hinzu, was er unter Kundenfreundlichkeit versteht: «Das Geschäft war in diesen 33 Jahren nicht einen einzigen Tag wegen Betriebsferien geschlossen.» Wenn Aschwanden und seine das Geschäft mitbetreibende Frau Christin in die Ferien reisten, führten die Angestellten den Betrieb. «Manchmal standen halt nur die Lehrlinge im Laden, aber geklappt hat das immer.» 32 «Meitli ond Buebe» haben bei «Aschi-Sport» ihre Lehre absolviert.

Peter Aschwanden gibt zu, dass ihm der Verkaufsentscheid nicht leicht gefallen sei. «Wir haben es immer ein bisschen hinausgeschoben.» Er sagt «wir», weil er genau weiss, dass er seiner Frau «sehr viel zu verdanken hat». «Chreschtali», so nennt er sie liebevoll, sei eine «Chrampferin, die die Fäden immer zusammengehalten hat». Auch im wörtlichen Sinn: Früher hat sie Fussbälle noch von Hand geflickt, neue Luftblasen eingenäht. «Und das vor dem Fernseher! Heute fliegt ein kaputter Ball in den Abfall.»

«Jüngere müssen ran»

Nun ist «Aschi» froh, dass er bald kürzertreten kann. Ganz lassen kann er es aber nicht: Er wird «Aschi-Sport» weiterhin beraten. Aschwanden sagt lachend: «Noch länger im Verkauf tätig sein, dafür habe ich die Nerven nicht mehr. Da müssen jetzt Jüngere ran.»

Jérôme Martinu/Neue LZ